Alluvialboden

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Alluvialböden oder Alluvionen (lateinisch alluvioAnschwemmung‘) sind junge Schwemmböden an Meeresküsten, Fluss- und Seeufern. Auch Gletscher können Alluvialböden ablagern.

Entstehung[Bearbeiten]

Alluvialboden am Rio Napo, Ecuador
Goldwäscher am Río Napo, Ecuador

Durch die Strömung eines Gewässers kommt es im Verlauf eines Flusses zu einem kontinuierlichen Vorgang aus Transport und Ablagerung von Partikeln aus Gestein und Schlamm.[1] An schnell fließenden Stellen des Flusses werden dabei mehr Partikel mitgerissen als dort wieder abgelagert werden. Erst an strömungsärmeren Stellen wie z. B. den Mündungsdeltas werden diese dann wieder abgelagert und bilden die Alluvialböden. Auch in periodisch überschwemmten Gebieten findet eine nennenswerte Ablagerung statt.

Die Menge an Feststoffen die von großen Flüssen transportiert und abgelagert wird ist enorm. Die Namen vieler Flüsse beziehen sich z. B. auf die Farbe des Materials, welches vom Fluss transportiert wird und welches ihm seine Farbe gibt. So bedeutet der Name des chinesischen Flusses Huang He übersetzt Gelber Fluss und der Missouri River in den USA hat den Beinamen Big Muddy (wörtlich: großer Schlammiger). Es wird geschätzt, dass der Mississippi River in den USA jährlich 406 Millionen Tonnen Lockersediment befördert, der Huang He sogar ca. 796 Millionen Tonnen und der italienische Po[1] immerhin noch etwa 67 Millionen Tonnen.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Obwohl auch kleinere Flüsse solche Ablagerungen hervorrufen können, sind es die Alluvialböden in großen Flussdeltas, die eine gewisse geologische Bedeutung haben. Diese Böden bestehen typischerweise aus einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien. Die Feinbestandteile, auch Schlick genannt, bestehen hauptsächlich aus Sand und Ton. Aber auch größere Partikel wie z. B. Kies und Geröll sind oftmals in einem weiten Korngrößenbereich vorhanden.

Außerdem können diese Schwemmböden größere Mengen an Erzen, Edelmetallen wie Gold und Platin, sowie Edelsteine enthalten. Solche sogenannten Seifenlagerstätten können sehr ergiebig sein.

Durch einen ebenfalls meist hohen Anteil an organischen Verbindungen sind Alluvialböden in der Regel sehr nährstoffreich. So führt beispielsweise die jährliche Ablagerung von Sedimenten an den Ufern des Nils dazu, dass in Ägypten schon seit dem 4. Jahrtausend vor Christus Getreide ohne künstliche Düngung angebaut wird.

Im Laufe der Zeit wurden viele flache Seen mit Alluvionen zugeschwemmt, wodurch sehr fruchtbare Flächen entstanden sind[1].

Literatur[Bearbeiten]

  • Vageler, P.: Die Mkattaebene. Beiträge zur Kenntnis der ostafrikanischen Alluvialböden und ihrer Vegetation. Berlin 1910
  • Die Erde: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin Veröffentlicht von der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1963
  • Edwin Blank: Handbuch der Bodenlehre herausgegeben von Edwin Blanck, J. Springer, 1929
  • Soil Research: Bodenkundliche Forschungen (Recherches sur Le Sol), International Society of Soil Science, veröffentlicht von s.n., 1928
  • Dill, William A. (1990): Inland fisheries of Europe. Rome, Italy: UN Food and Agriculture Organization. ISBN 92-5-102999-7.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c  Schüler Duden (Hrsg.): Die Geographie. Dudenverlag, Mannheim 1991, ISBN 3-411-04222-2, S. 16.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alluvium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien