Aluminiumrecycling

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Ein Symbol für Aluminiumrecycling
Die Kennzeichnung von rezyklierbarem Aluminium durch das Europäische Komitee für Normung

Unter Aluminiumrecycling wird das Wiederverwerten von Altaluminium (Schrott) wie Aluminiumabfällen in jeder Form verstanden, wobei „Aluminium“ ein Sammelbegriff nicht nur für Reinaluminium, sondern auch für die mehrheitlich anfallenden Legierungen ist.

Wenn Aluminiumlegierungen sortenrein gesammelt und recycelt werden, können die entsprechenden Legierungen aus dem resultierenden Umschmelzaluminium ohne Qualitätsverlust recycelt werden. Da verschiedene Legierungselemente (z.B. Magnesium) beim Umschmelzen nicht entfernt werden können, kommt es bei nicht sortenreiner Erfassung zum sogenannten Downcycling. Der große ökonomische und ökologische Vorteil von „Recyclingaluminium“ besteht darin, dass der Recyclingprozess, verglichen mit der Primärerzeugung, weit weniger als ein Zehntel des dort für gleiche Aluminiummengen erforderlichen Einsatzes an Energie benötigt.

Verfahren[Bearbeiten]

Transportfertiger Aluminiumschrott

Der für das Recycling an vielen Stellen anfallende und in vielerlei Art und Form gesammelte Aluminiumschrott enthält sowohl Gewalztes als auch Gegossenes, daneben Produktionsabfälle, bei denen Späne als feinstückiges Material dominieren, aber auch metallreiche Krätzen.

Der beim Umschmelzbetrieb zumeist gemischt angelieferte Schrott wird in großvolumigen Öfen (Trommelofen) unter Zusatz von ca. 50 % eines chloridischen Salzgemisches mit einem Zusatz von Flussspat (Calciumfluorid) bei 650–700 °C unter ständiger Bewegung des Ofeninhaltes aufgeschmolzen. Dabei werden Verunreinigungen des Einsatzes, vornehmlich solche oxidischer Art, im Schlackenfluss der Salzschmelze aufgenommen und auch weitere Oxidation durch die Ofenatmosphäre begrenzt. Die fertigen Schmelzen werden seltener direkt zu Rohmasseln vergossen; zumeist werden sie in einen sogenannten „Mischer“ übergeführt, der weitere Behandlungsschritte ermöglicht, die der Reinigung, der Gefügebeeinflussung und auch der Qualifizierung als bestimmte Umschmelzlegierung dienen (s. Schmelzebehandlung). Das recycelte Aluminium geht in Masselform oder als Prozesswärme erhaltender Flüssigmetalltransport in die Weiterverarbeitung, in der Regel zu Formgießereien.

Während der eigentliche Recyclingprozess die Aufgabe mittelständischer Umschmelzbetriebe oder auch einer der Primärhütte angeschlossenen Umschmelze ist, fällt die Aufarbeitung der beim Recycling anfallenden Mengen an Salzschlacken in einen besonderen Zweig der Abfallwirtschaft.

Mengen[Bearbeiten]

  • In Deutschland wurden im Jahr 2006 rund 1,3 Millionen Tonnen Aluminium verarbeitet, davon 0,8 Millionen Tonnen als Formguss, der wiederum zu 80 % aus dem Recycling kam.
  • Ungefähr 30 % des in den USA hergestellten Aluminiums stammt aus der Recyclingroute.[1]
  • Weltweit werden für Aluminium Recyclingraten um 40 % angegeben.[2]

Ökonomie und Ökologie[Bearbeiten]

Bei Aluminium ist die Recycling-Effizienz deswegen sehr gut, weil es wesentlich energieaufwändiger ist, Primär-Aluminium durch Aufschluss von Bauxit (Aluminiumerz) und dessen Umwandlung zu Aluminiumoxid mit anschließender Schmelzflusselektrolyse zu gewinnen, als Altaluminium einzuschmelzen (Schmelzpunkt >660 °C). Beim Aluminiumrecycling wird nur 5 % der Energiemenge der Primärproduktion benötigt.[3] Außerdem reduziert sich die Menge der Rückstände pro Tonne produziertem Aluminium von zwei Tonnen bei der Primäraluminiumherstellung (insbes. zu deponierender Rotschlamm) auf 100 kg beim Aluminiumrecycling (insbes. recyclierbare Salzschlacke). Für die Aluminiumgewinnung aus Bauxit wird in bedeutendem Ausmaß elektrische Energie benötigt; beim Recycling können zudem Primärenergieträger, z.B. Erdgas verwendet werden. Da verschiedene Legierungselemente (z.B. Magnesium) beim Umschmelzen nicht entfernt werden können, kommt es bei nicht sortenreiner Erfassung jedoch nicht zu vollwertigem Recycling, sondern zum sogenannten Downcycling.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. minerals.usgs.gov (PDF; 85 kB)
  2. UNEP-PNUE-Report „Recycling Rates of Metals“, 2011 [1] (PDF; 2,3 MB)
  3. http://www.economist.com/node/9249262

Quellen[Bearbeiten]