Amsler-Gitter

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So erscheint uns ein Amsler-Gitter mit normalem zentralen Gesichtsfeld.
So könnte ein Amsler-Gitter mit altersbedingter Makuladegeneration erscheinen.

Das Amsler-Gitter oder Amsler-Netz ist in der Augenheilkunde ein einfacher Funktionstest, mit dem sich die zentralen Gesichtsfeldbereiche des Auges prüfen lassen. Er wurde von dem Schweizer Augenarzt Marc Amsler erfunden [1][2][3]. Ein sehr ähnliches Prüfbild hatte auch schon 1752 der englische Augenoptiker James Ayscough vorgestellt, welches jedoch nicht der Diagnose zentraler Gesichtsfelddefekte diente.

Mit der Verbreitung und technischen Verbesserung moderner Perimeter hat das Amsler-Gitter heute allenfalls den Stellenwert eines Selbsttests für Patienten, ggf. einer schnellen Screening-Methode zur überschlägigen Ermittlung zentraler Gesichtsfeldausfälle, zum Beispiel bei altersbedingter Makuladegeneration oder anderen exsudativen oder degenerativen Prozessen in der Netzhautmitte. Es lässt keine wesentlichen und detaillierten Beurteilungen des Gesichtsfeldes bspw. hinsichtlich der Skotomtiefe zu. Der Test selbst besteht aus einem etwa 40 × 40 cm großen viereckigen Rastergitter mit einem Punkt in der Mitte, der während der monokularen Prüfung fixiert werden muss. Das jeweils andere Auge wird mit der flachen Hand oder einer Augenklappe vollständig abgedeckt. Die Prüfdistanz beträgt etwa 40–50 cm. Bei entsprechenden Befunden wird der Proband scheinbare „Löcher“ im Raster oder „dunkle Stellen“ in dem Gittermuster bemerken können, ggf. auch Wellen oder Verkrümmungen der Rasterlinien. Solche Wahrnehmungen sollten stets zu einer sofortigen augenärztlichen Kontrolle führen. Aber auch eine vollkommen normale Darstellung des Amsler-Gitters schließt zentrale oder gar periphere Gesichtsfelddefekte nicht gänzlich aus.

Zum Selbsttest können Amsler-Gitter auch aus dem Internet heruntergeladen bzw. ausgedruckt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marc Amsler: Die Untersuchung des qualitativen Sehens mit dem quadratischen Netz. Anweisung zum Gebrauch der Testtafeln. Theodore Hamblin LTD, London 1958.
  2. Michael F. Marmor: A brief history of macular grids: from Thomas Reid to Edvard Munch and Marc Amsler. In: Survey of Ophthalmology. Bd. 44, Nr. 4, 2000 January/February, ISSN 0039-6257, S. 343–353, PMID 10667441, doi:10.1016/S0039-6257(99)00113-7.
  3. Dana M. Landau, Francis Bigar, Klara Landau: Die Geschichte der Zürcher Augenklinik. In: Ophta. Heft 7, 2006, ISSN 1420-6838, S. 1–5, (PDF; 249 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

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