Theodor Axenfeld

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Karl Theodor Paul Polykarpus Axenfeld (* 24. Juni 1867 in Smyrna (heute İzmir); † 29. Juli 1930 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Augenarzt und Wissenschaftler.

Ausbildung[Bearbeiten]

Axenfeld wurde als Sohn des preußischen Konsulatspastors Julius Axenfeld (1834-1896, Begründer der Otto-Kühne-Schule) in Smyrna (Kleinasien) geboren und wuchs in Bad Godesberg auf. Sein jüngerer Bruder Karl Theodor Georg Axenfeld (1869–1924) studierte Theologie und machte sich als Missionar in Afrika und nach 1913 in der protestantischen Mission in Deutschland einen Namen. Karl Theodor Paul Polykarpus Axenfeld hingegen studierte Medizin an den Universitäten Bonn, Marburg und Berlin und wurde 1890 an der Universität Marburg promoviert. 1895 habilitierte er sich hier mit einer Arbeit „Über die eitrige metastatische Ophthalmie“. Ein Jahr darauf wurde er Assistent von Wilhelm Uhthoff (1853–1927) in Breslau und 1897 Direktor der Universitäts-Augenklinik in Rostock.

Wissenschaftliche Arbeit[Bearbeiten]

1901 übernahm Axenfeld den Lehrstuhl für Ophthalmologie an der Universität Freiburg. Er publizierte über 200 Arbeiten zu allen Bereichen der Augenheilkunde, darunter viele Studien zum Grünen Star (Glaukom), zum Trachom und über Störungen der Netzhaut (Retina). Sein besonderes Interesse galt bakteriellen Infektionen des Auges. Das 1909 veröffentlichte Werk Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde (1909) fand weite Verbreitung. Im selben Jahr erschien der letzte Band des mit Wilhelm Kolle und August Paul von Wassermann herausgegebenen Handbuchs der pathogenen Microorganismen (Jena, 1903–1909). Nach dem Ersten Weltkrieg verfasste er mit Otto von Schjerning (1853–1921) ein Handbuch der ärztlichen Erfahrungen im Weltkriege 1914–1918 (Leipzig, 1921–1922). Zugleich betreute er seit 1899 als Mitherausgeber die Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. Nach ihm benannt sind die „Axenfeld-Anomalie“, das „Axenfeld-Schürenberg-Syndrom“, das „Axenfeld-Rieger-Syndrom“, ein Diplobakterium (Haemophilus lacunatus, „Morax-Axenfeld“) sowie die „Axenfeld-Schlinge“.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1909 erhielt Axenfeld die Albrecht-von-Graefe-Medaille[1] der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der er 1925 als Präsident vorstand. 1929 ehrte ihn die American Ophthalmological Society mit der „Howe Medal“. Seit 1913 war er Ehrenmitglied der Burschenschaft Vandalia auf dem Loretto Freiburg.[2]

Japanreise[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1930 unternahm er eine mehrmonatige Reise zum 8. "Alljapanischen Medizinischen Kongress" in Osaka. In Japan wurde er von vielen japanischen Schülern und Kollegen mit großer Begeisterung empfangen und besuchte neben touristischen Attraktionen eine Reihe von Kliniken und Universitäten. Kurz nach der Rückkehr in die Heimat verstarb er.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Aschoff: In memoriam Theodor Axenfeld, 24 June 1867–29 July 1930. In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde, Bd. 150 (1967), Heft 6, S. 921–922.
  • Helmut Axenfeld (Hrsg.): Theodor Axenfelds Briefe und Tagebuchblätter von seiner Reise zum 8. alljapanischen medizinischen Kongress in Osaka. Ferdinand Enke, Stuttgart 1932.
  • Edith Heischkel-ArteltAxenfeld, Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 471 (Digitalisat).
  • Günther Mackensen: Theodor Axenfeld – thoughts on the 50th anniversary of his death. In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde, Bd. 170 (1980), Heft 2, S. 137–140.
  • Freiburg und die japanische Medizin: Reiseberichte von Ludwig Aschoff, Theodor Axenfeld, Franz Büchner. Freiburg i. Br.: Falk-Foundation, 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Albrecht-von-Graefe-Medaille und ihr Hintergrund
  2. Mitgliederverzeichnis des Schwarzburgbundes. 8. Aufl., Frankfurt am Main 1930, S.48.
  3. Die von seinem Sohn Helmut herausgegebenen Materialien umfassen Briefe, 25 Abbildungen, diverse, in Japan gehaltene Reden sowie Materialien zur Trauerfeier, welche seine Schüler in Osaka abhielten.