Anemurion

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Odeon in Anemurion
Die Nekropole von Anemurion
Therme

Anemurion (lateinisch Anemurium), heute Eski Anamur, war eine antike Siedlung im Rauen Kilikien (Kilikia Tracheia) südwestlich des heutigen Anamurs in der südtürkischen Provinz Mersin. Gegenüber Kap Anemurion liegt das Kap der Zyprer oder Kap Krommyus (Kap Kormakitis), 350 Stadien (etwa 60 km) vom Festland entfernt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Siedlungsspuren stammen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. In der Blütezeit dieser Siedlung in der römischen Kaiserzeit wohnten dort vielleicht über 20.000 Einwohner. 52 n. Chr. wurde Anemurion vergeblich von den kilikischen Clitae unter ihrem Anführer Troxobor belagert. Eine Entsatztruppe aus Syrien unter Curtius Severus wurde von ihnen zurückgeschlagen, erst König Antiochos IV. von Kommagene konnte sie besiegen und Troxobor und andere Anführer töten.[2]

Ein schweres Erdbeben im 4. Jahrhundert zerstörte die gesamte Wasserversorgung, und eine Wiederherstellung der Aquädukte wurde als nicht lohnend eingeschätzt. Die Stadt existierte aber noch bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts.

Anemurion bestand aus einer befestigten Oberstadt auf dem Kap Anamur und einer nördlich daran anschließenden Unterstadt. Eine große Nekropole im Nordwesten der Stadt weist etwa 350 Gräber aus dem 1. bis 4. Jahrhundert auf. Innen waren sie mit Wandmalereien und Mosaiken ausgeschmückt, von denen noch Reste (unter anderem die Darstellung einer Medusa) zu sehen sind. In der Stadt selbst sind noch Reste eines Theaters für etwa 1.500 Zuschauer, eines Odeons (oder Buleuterions) mit etwa 900 Plätzen, dreier Bäder und einer in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Säulenstraße zu erkennen. Betrachtenswert sind die Mosaike im Odeon, die sich in einem Gang unter den Zuschauerrängen befinden. In einem der Bäder kann man noch die Wasserversorgung erkennen; es gibt ein Warmwasserbecken, das durch ein Feuer unter dem Steinbecken erhitzt wurde.

Ausgrabungen haben auch bedeutende byzantinische Funde geliefert.

Das Titularbistum Anemurium geht auf ein früheres Bistum der Stadt zurück.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Strabon, Geographika 14, 6, 3.
  2. Tacitus, Annalen 12, 55, 2.

36.0242732.8026Koordinaten: 36° 1′ N, 32° 48′ O