Angelica (Musikinstrument)

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Die Angelica (aus dem Italienischen; franz. Angélique) ist ein Zupfinstrument der Barockzeit mit 16 oder 17 Saiten, das zwischen Laute, Harfe, und Theorbe steht.

Musiker beim Spiel einer Angelica

Mit der Laute, genauer: der Barocklaute, gemein hat sie den halbbirnenförmigen Korpus mit einem auf der Schalldecke befestigten Saitenhalter (Steg) und die Länge (Mensur) der neun oder zehn Griffbrett-Saiten von durchschnittlich 54–70 cm. Anders als die Laute war die Angelica mit einzelnen Saiten bespannt.

Mit der Theorbe gemein hat sie am verlängerten Hals den zweiten Wirbelkasten, an dem acht bis zehn der Bass-Saiten als nicht zu greifende Bordune befestigt sind.

Ähnlich wie die Harfe hat sie eine diatonische Stimmung: C – D – E – F – G – A – H – c – d – e – f – g – a – h – c′ – d′ – e′. Den Tonumfang hat die Angelica mit der französischen Théorbe des pièces gemein, die allerdings die für Theorben typische rückläufige Stimmung hat: C – D – E – F – G – A – H – c – d – g – c′ – e′– a – d′ (re-entrant tuning).

Die wenige überlieferte Musik für Angelica (ein Druck, fünf Handschriften) sowie die wenigen erhaltenen Instrumente weisen auf die zweite Hälfte des 17. und den Anfang des 18. Jahrhunderts als die Blütezeit des Instruments.

Die Angabe, die Angelica stamme aus England, beruht auf einer Fehldeutung ihres Namens bei M. H. Fuhrmann (Musicalischer Trichter, Frankfurt/Spree 1706, S. 91). Richtig ist die Deutung als „Engelslaute“ wegen ihres lieblichen Klanges („Angel Lute“ bei James Talbot, Manuskript Oxford 532, 1685–1701).

Musik für Angelica ist in französischer Tabulatur notiert, wobei die Bezeichnung der Bässe je nach Autor schwankt.

Erhaltene Instrumente schließen mindestens zwei aus der Werkstatt von Joachim Tielke sowie eines von Johann Christoph Fleischer ein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Art. Angelica, in: Carl Dahlhaus, Hans Heinrich Eggebrecht und Kurt Oehl (Hgs.): Brockhaus-Riemann Musiklexikon Bd. 1. 2. Aufl. Mainz 1995, S. 42
  • Siehe den Abschnitt Die Instrumente der Lautenfamilie, in: Friedemann und Barbara Hellwig, Joachim Tielke. Kunstvolle Musikinstrumente des Barock, Berlin/München 2011, S. 107–143
  • J. Mattheson: Das Neu-Eröffnete Orchestre. Hamburg 1713
  • Emanuel Winternitz: Art. Theorbe, MGG Bd. 13. Kassel 1986, S. 323–328, hier: S. 327
  • E. Pohlmann: Laute, Theorbe, Chitarrone: die Instrumente, ihre Musik und Literatur von 1500 bis zur Gegenwart. Bremen, 1968, (5/1982), S. 394–397
  • E. Vogl: Die Angelika und ihre Musik, HV, xi, 1974, S. 356–71

Quellen[Bearbeiten]

  • Jakob Kremberg: Musicalische Gemüths-Ergoetzung oder Arien … Dresden 1689 (in Tabulatur)
  • Adalbert Quadt (Hgs.): Gitarrenmusik des 16–18. Jahrhunderts 2, nach Tabulaturen für Colascione, Mandora und Angelica. Leipzig 1971
  • Hans Radtke (Hgs.): Ausgewählte Stücke aus einer Angelica- und Gitarrentabulatur, Musik Alter Meister Heft 17, Graz 1967

Weblinks[Bearbeiten]

Andreas Schlegel zur Angélique