Arnamagnäanische Sammlung

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Möðruvallabók (AM 132 fol.13r)
Gebäude der Stofnun Árnar Magnússonar in Reykjavík.

Bei der sogenannten Arnamagnäanische Sammlung (nach dänisch Arnamagnæanske håndskriftsamling), handelt es sich um eine der wichtigsten Sammlungen mittelalterlicher isländischer Handschriften, die nach Árni Magnússon, dem Wissenschaftler, der sie zusammengestellt hat.

Die Handschriftsammlung wird heute in Reykjavík beim Arnamagnäanischen Institut unterstützt durch die Institution Árnastofnun, die Stiftung Árni Magnússon, aufbewahrt. In der Handschriftensammlung beginnen alle Handschriftensignaturen mit „AM“ für „Árni Magnússon“ gefolgt durch eine Nummer und die Angabe des Formats. Zum Beispiel trägt eine Handschrift der Brennu Njals saga aus der Sammelschrift der Möðruvallabók die Signatur „AM 132 fol.“.

Im Jahr 2009 wurde die Dokumentensammlung in das UNESCO-Dokumentenerbe aufgenommen.[1]

Beginn der Sammlung durch Árni Magnússon[Bearbeiten]

Der Wissenschaftler Árni Magnússon begründete die Sammlung im 17. Jahrhundert, als er begann im Auftrag des dänischen Königs mittelalterliche isländische Handschriften zu sammeln. Sie wurden zunächst in Kopenhagen aufbewahrt, einerseits weil die Möglichkeiten, solch kostbare Dokumente vor dem Verfall zu retten, im verarmten Island der Zeit sehr begrenzt waren, aber auch aus politischen und pekuniären Gründen.

Direktoren der Sammlung[Bearbeiten]

Einer der Direktoren der Sammlung war von 1927 bis 1971 der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Jón Helgason.

Handschriftensammlung[Bearbeiten]

Die Handschriften wurden bis zum Jahre 1976 alle in Kopenhagen verwahrt. Ab da begann man mit der Rückgabe an Island, die sich bis 1997 hinzog.

Inzwischen befinden sich über 600 Handschriften und Teile von Handschriften in der Stiftungsbibliothek. Hinzu kommen etwa 150 Handschriften aus der persönlichen Sammlung des Königs. Außerdem wurden der Sammlung auch etwa 70 Handschriften von anderen Sammlern gegeben.

Ein berühmtes Manuskript in der Sammlung, die aus anderen Quellen als der Kopenhagener Sammlung stammt, ist das Skarðsbók postulasagna (ein Manuskript mit Geschichten über die Apostel Jesu). Es handelt sich um ein Manuskript aus Kalbshaut aus dem 14. Jahrhundert, das 1965 in London gekauft wurde.

Außerdem befinden sich auch viele Manuskripte vorübergehend in der Sammlung, wenn sie gerade zu wissenschaftlichen Zwecken benötigt werden. Hierbei besteht ein reger Austausch mit der Universitätsbibliothek von Island.

Etliche isländische Handschriften werden auch immer noch in ausländischen Bibliotheken aufbewahrt, etwa in Dänemark und Schweden.

Zudem verwahrt die Stiftung zahlreiche Urkunden, die Árni Magnússon sammelte.

Die kostbarsten Manuskripte[Bearbeiten]

Einige ausgesprochen kostbare Manuskripte finden sich hier wie zum Beispiel:

Erweiterung[Bearbeiten]

Die Sammlung wurde später durch Gaben verschiedener Personen zu einer großen Bibliothek erweitert.

Forschungsbibliothek[Bearbeiten]

Es handelt sich hier um eine der größten Fach- und Forschungsbibliotheken in Island. Sie umfasst etwa 19.000 Bücher, ca. 140 Zeitschriften im Abonnement und zahlreiche Fachschriften. Dabei spezialisiert sie sich auf isländische Literatur- und Sprachwissenschaft, europäisches Mittelalter und Volkskunde.

Man kann sich im Internet unter gegnir.is kundig machen über den Bücherbestand der Forschungsbibliothek. Die Bücher werden normalerweise nicht ausgeliehen, jedoch gibt es vor Ort einen Lesesaal.

Etliche weitere Stiftungen sind in der Bibliothek aufgegangen z.B. die von Þorsteinn M. Jónsson (1885–1976) und seiner Frau Sigurjóna Jakobsdóttir.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kristian Kålund (Hrsg.): Katalog over den Arnamagnæanske håndskriftsamling. 2. Bände. Gyldendal, København 1889–1894.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arnamagnæan Manuscript Collection. UNESCO / Memory of the World - Register, 2009, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).