Atayal

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Frau der Atayal

Die Atayal (chinesisch 泰雅族Pinyin Tàiyǎ zú), auch als Tayal oder Tayan bezeichnet, sind das zweitgrößte der indigenen Völker Taiwans (nach den Amis). Sie sprechen eine austronesische Sprache mit 32 Dialekten. Die Bedeutung des Wortes „Atayal“ ist „echter Mensch“ oder „mutiger Mann“.

Die etwa 90.000 Atayal (Stand 2000) leben im nördlichen Teil des taiwanischen Zentralgebirges und machen ein knappes Viertel aller Angehörigen indigener Völker Taiwans aus. Ein bedeutender Ort in ihrem Siedlungsgebiet ist Wulai im Süden der Stadt Neu-Taipeh. Im Oktober 1930 kam es zu einem Aufstand gegen das japanische Kolonialregime, der schnell niedergeschlagen wurde.[1]

Volkstümlicher Mythos der Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der tradierten Volksgeschichte der Atayal nach waren ihre frühsten Vorfahren ein Mädchen und ein Junge, die eine sehr lange Zeit zusammenwohnten und währenddessen allmählich zu Erwachsenen wurden. Die beiden verliebten sich ineinander, doch der schüchterne junge Mann wagte es nicht, sich ihr zu nähern. Deswegen wandte die junge Frau eine List an: Sie verließ das Haus und sammelte im Wald Kohle, mit der sie ihr Gesicht schwärzen konnte, um so von ihm nicht erkannt zu werden. Nach sieben Tagen ging sie wieder in das Haus und der schüchterne Junge nahm sie als eine andere Frau wahr. Eine kurze Zeit später bekam das Paar Nachwuchs und legte dieser Geschichte nach damit den Grundstein des Volkes.

Es wird angenommen, dass der traditionelle Brauch des Gesichtstätowierens auf dieser Entstehungsgeschichte und der List der Frau fußt.

  1. Belogurova, Anna; The Civic World of International Communism: Taiwanese communists and the Comintern (1921–1931); Modern Asian Studies, Vol. 46 (2012), S. 1608