Ausgleichsbecken

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Ausgleichsbecken Andelsbuch, 1908 erbaut

Ein Ausgleichsbecken dient dem Wasserausgleich unter einem diskontinuierlich betriebenen Wasserkraftwerk. Dies können Teillast-Durchfluss-Kraftwerke oder Speicherkraftwerke sein.

Funktion[Bearbeiten]

Das oberhalb gelegene Wasserkraftwerk arbeitet nur wenige Stunden am Tag. Häufig wird versucht, möglichst nur Spitzenstrom zu erzeugen. An den Stunden mit geringem Strombedarf schaltet das Wasserkraftwerk ab, um das im Oberwasser vorhandene Wasser für die wertvollen Spitzenstromzeiten aufzusparen.

Das Unterwasser würde aber bei Stillstand der Turbinen weitgehend trocken fallen. Es droht ein extremes Niedrigwasser. Dies würde gravierende Probleme hervorrufen.

In der Regel wird daher heute dem Kraftwerksbetreiber auferlegt, durch einen Ausgleich dafür Sorge zu tragen, dass ein definierter Mindestwasserabfluss stets in das Unterwasser abgegeben wird. Während der Turbinenlaufzeiten (Spitzenstromerzeugung) füllt sich das Ausgleichsbecken, während der Turbinenstillstandszeiten entleert es sich allmählich.

Häufig handelt es sich bei Ausgleichsbecken um kleine Talsperren, die unterhalb der großen, eigentlichen Talsperre angeordnet worden sind.

Das vom Ausgleichsbecken in das Unterwasser abgegebene Wasser kann in einem Laufwasserkraftwerk genutzt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jürgen Giesecke, Emil Mosonyi: Wasserkraftanlagen. Planung, Bau und Betrieb. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage, neu bearbeitet von Jürgen Giesecke und Stephan Heimerl Auflage. Springer-Verlag, Heidelberg/Dordrecht/London/New York 2009, ISBN 978-3-540-88988-5, doi:10.1007/978-3-540-88989-2 (Standardlehrbuch zu Wasserkraftanlagen).