Andelsbuch

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Andelsbuch
Wappen von Andelsbuch
Andelsbuch (Österreich)
Andelsbuch
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 19,56 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 9° 54′ O47.4133333333339.8961111111111613Koordinaten: 47° 24′ 48″ N, 9° 53′ 46″ O
Höhe: 613 m ü. A.
Einwohner: 2.384 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 122 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6866
Vorwahl: 05512
Gemeindekennziffer: 8 02 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hof 351
6866 Andelsbuch
Website: www.andelsbuch.at
Politik
Bürgermeister: Bernhard Kleber (Bürgerliste)
Gemeindevertretung: (2010)
(21 Mitglieder)
21 Andelsbucher Bürgerliste
Lage der Gemeinde Andelsbuch im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Andelsbuch im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsteil der Gemeinde Andelsbuch
Ortsteil der Gemeinde Andelsbuch
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Andelsbuch ist eine Gemeinde mit 2384 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Geografie[Bearbeiten]

Andelsbuch liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz im Herzen des Bregenzerwaldes (Mittelbregenzerwald) auf 613 Metern Höhe. 36,0 % der Fläche sind bewaldet, 16,9 % der Fläche Alpen. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Andelsbuch.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Andelsbuch grenzt an vier andere Vorarlberger Gemeinden. Diese ebenfalls im Bezirk Bregenz liegenden Gemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, Egg, Bezau, Reuthe und Schwarzenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Bezegg-Sul (2007)

1080 starb in „Andoltisbuoc“ der selige Einsiedler Diedo, der hier eine Zelle und ein Bethaus errichtet hatte. 1086 kam es zur Gründung des Klosters St. Peter in Andelsbuch durch Mönche aus Kloster Petershausen bei Konstanz. Schon im Jahr 1092 wurde das Kloster nach Bregenz verlegt, wobei das Kloster aber als Besitzer des Meierhofes maßgeblicher Grundherr in Andelsbuch blieb.[1] Die Habsburger regierten seit dem 14. Jahrhundert die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Es bildete sich jedoch auch eine Selbstverwaltung der Bauernschaft des Waldes heraus (die sogenannte „Wälderrepublik“), mit eigener freier Landgemeinde, eigener Verfassung (Landsbrauch) und Hoch- und Blutgerichtsbarkeit. Als Vorsteher wurde ein Landammann gewählt, sein Rathaus stand auf der Bezegg im heutigen Gemeindegebiet Andelsbuchs. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort dann zu Bayern, das Rathaus wurde 1807 im Zuge der Bayerischen Gerichts- und Verwaltungsreformen abgerissen.[2] 1814 kam der Ort wieder zu Österreich. Zum Bundesland Vorarlberg gehört Andelsbuch seit dessen Gründung 1861. Von 1945 bis 1955 war der Ort Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 6,8 Prozent.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 21 Mitgliedern. Bei der Wahl 2010 wurde in Andelsbuch eine Wahl per Einheitsliste durchgeführt, wodurch die Andelsbucher Bürgerliste alle 21 Mandatare der Gemeindevertretung stellt. Als Bürgermeister wurde Bernhard Kleber mit 87,16 Prozent gewählt. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 2.072.640 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 4.843.376 €. Der Schuldenstand betrug 2001 2.941.743 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche Petrus und Paulus (2012)
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Andelsbuch
  • Die Pfarrkirche zu den Heiligen Petrus und Paulus wurde vom Barockbaumeister Ignaz Beer, Sohn von Michael Beer, in den Jahren 1715–1720 gebaut. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie verlängert, neuromanisch ausgestaltet und in den Jahren 1997–2001 neu gestaltet. Auf dem Platz vor der Kirche ist ein großes Kriegerdenkmal von 1929 mit einem sehr seltenen Motiv: Eine Frau und ein Kind versuchen, einen Soldaten daran zu hindern, in den Krieg zu ziehen, dabei zeigt die Inschrift, auf welcher Seite die Gemeinde damals stand: „Unseren Helden des Weltkrieges 1914–1918 gewidmet von der Gemeinde Andelsbuch“
  • Die neugotische Bezegg-Sul auf einer Anhöhe zwischen Andelsbuch und Bezau aus 1871 erinnert an das Wälderparlament.
  • Am Dorfplatz steht ein Dorfbrunnen, auch Dorflache genannt.
  • Das 1908 gebaute Kraftwerk Andelsbuch war damals eines der größten und modernsten Kraftwerke der Monarchie Österreich-Ungarn.[3]
  • Im Werkraum Bregenzerwald zeigen 80 Handwerksbetriebe ihr Handwerk.
  • Ein Käsehaus der Käsestraße Bregenzerwald zeigt die Käseherstellung am hier typischen Bergkäse.
  • Landschaftlich sehenswert sind die Alpe Gerach und der Andelsbucher Hausberg Niedere. Die Niedere ist auch Ausgangspunkt für zahlreiche Drachenflieger und Paragleiter. Auf der Alp Vordere Niedere steht seit 2008 eine Kapelle, ein einfacher, moderner Holzbau der Bregenzer Architekten Cukrowicz Nachbaur.

Sport[Bearbeiten]

Der 1962 gegründete FC Andelsbuch feierte ausgerechnet 2012, im Jahr des 50. Vereinsjubiläums als Meister der Vorarlbergliga, seinen bislang größten Erfolg, mit dem er gleichzeitig Vorarlberger Fußballgeschichte schrieb: Er ist der erste Fußballklub aus dem Bregenzerwald, der in die drittklassige Regionalliga West vorstieß. Der Verein entschied sich zirka zur Jahrtausendwende, überwiegend mit eigenen Spielern auftreten zu wollen; lediglich vier Spieler des Kaders dürfen von außerhalb der Gemeinde kommen.[4]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Ereignis in Andelsbuch schlechthin und nebenbei einer der größten Märkte der Region ist die alljährlich am 26. Oktober stattfindende Pferde- und Ziegenausstellung. Die Hauptstraße verwandelt sich in eine etwa 1 Kilometer lange Marktstraße, die von tausenden Besuchern bevölkert wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 57 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 480 Beschäftigten und 60 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.011. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/02 gab es insgesamt 35.732 Übernachtungen. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 41,2 %.

Bildung[Bearbeiten]

In Andelsbuch gibt es einen Kindergarten sowie eine Volksschule mit (Stand Januar 2003) 135 Schülern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Schindler (* 1856 in Mollis, Schweiz; † 1920 in Kennelbach, Österreich), österreichischer Unternehmer und Erfinder, Pionier beim Aufbau der elektrischen Stromversorgung Vorarlbergs und des Andelsbucher Kraftwerkes.
  • Gabriel Narutowicz (* 1865 in Telsiai (Litauen); † 1922 in Warschau), Ingenieur und Professor, leitete den Bau des Andelsbucher Kraftwerkes der Vorarlberger Kraftwerke AG, erstes gewähltes Staatsoberhaupt der Zweiten Polnischen Republik, fiel kurz nach seiner Wahl einem Attentat zum Opfer.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andelsbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Die bewegte Geschichte der Mehrerau", OTS-Presseaussendung, 18. Februar 2009
  2. Gemeinde Andelsbuch
  3. Beschreibung des Kraftwerks auf der Webseite der VKW
  4. FC Andelsbuch schafft Sprung in Regionalliga, auf: orf.at, 17. Juni 2012, Zugriff am 9. Juli 2012