Automatisiertes Fingerabdruckidentifizierungssystem

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Das Automatisierte Fingerabdruckidentifizierungssystem (AFIS) ist ein kriminaltechnischer Vorgang, der es ermöglicht, Fingerabdrücke digital effektiver zu speichern und zu vergleichen.

Das AFIS wurde in Deutschland 1993 in Betrieb genommen und hat dazu geführt, dass die Zeit zum Erfassen von einzigartigen Merkmalen der Fingerabdrücke lediglich drei Minuten (vorher 90) dauert, unvollständige Abdrücke verwertet werden können und häufiger Übereinstimmungen gefunden werden.

Anfang 2004 sollen rund 3.000.000 Fingerabdrücke gespeichert worden sein, wobei jeden Tag etwa 1.400 hinzu kommen.

Um die Abdrücke zu digitalisieren, werden sie mit einer Videokamera aufgenommen und dann von speziellen Programmen verarbeitet. Ein Polizeimitarbeiter muss lediglich die Grundform angeben und gegebenenfalls die vom Programm festgestellten Merkmale korrigieren.

Die Speicherung erfolgt zentral beim BKA, die Bearbeitung dezentral bei den LKA.

Am 15. Januar 2003 wurde ein auf AFIS basierendes, europaweites Fingerabdruck-Identifizierungssystem, EURODAC (European Dactyloscopy)[1] [2], eingeführt. Erfasst werden dabei u. a. Asylbewerber und illegale Einwanderer, sofern diese das 14. Lebensjahr überschritten haben.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Darstellung von EURODAC durch die Europäische Kommission - Justiz und Inneres
  2. Studie zur Verhandlung und Umsetzung der Eurodac Verordnung im Rat der Innen- und Justizminister der EU (auf Englisch), European Integration online Papers, Vol. 10 (2006)