Ave maris stella
Mit den Worten Ave maris stella („Meerstern, sei gegrüßt“) beginnt ein lateinischer Hymnus, der im Stundengebet der Katholischen Kirche zur Vesper an Marienfesten gesungen wird. Der Text des Hymnus ist seit dem 8. Jahrhundert überliefert. Sein Verfasser ist unbekannt.
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Verwendung[Bearbeiten]
Durch sein häufiges Vorkommen im Stundengebet war die Melodie des Hymnus im Mittelalter besonders beliebt und wurde von vielen Komponisten als Grundlage anderer Kompositionen verwendet. Das Original wurde diversen Komponisten zugeschrieben, darunter Venantius Fortunatus.
Im katholischen Gesangbuch Gotteslob (1975) ist der lateinische Text mit der gregorianischen Melodie aus dem 11. oder 12. Jahrhundert unter Nr. 596 abgedruckt, eine deutsche Übersetzung ist unter der Nr. 578 zu finden. Im neu bearbeiteten Gotteslob, das im Advent 2013 erscheint, hat der Hymnus die Nr. 520, das Lied Meerstern, ich dich grüße die Nr. 524.
Ave Maris Stella ist auch die Hymne der akadischen Gemeinde in Kanada. Das Lied beginnt und schließt mit der ersten Strophe des lateinischen Gebets, welche drei Strophen in französischer Sprache („Acadie ma patrie“) umfassen.
Siehe auch: Stella Maris
Text[Bearbeiten]
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Ave maris stella, |
Sei gegrüßt, Stern des Meeres, |
(1) Meerstern, sei gegrüßet,[1] |
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Sumens illud Ave |
Die du das „Ave“ nahmst |
(2) Du nahmst an das AVE |
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Solve vincla reis, |
Löse die Fessel der Sünder, |
(5) Lös der Schuldner Ketten, |
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Monstra te esse Matrem, |
Zeige dich als Mutter, |
(3) Zeige dich als Mutter, |
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Virgo singularis, |
Einzigartige Jungfrau, |
(4) Jungfrau ohnegleichen, |
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Vitam praesta puram |
Gewähre ein reines Leben, |
(6) Gib ein lautres Leben, |
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Sit laus Deo Patri, |
Lob sei Gott, dem Vater |
(7) Lob sei Gott dem Vater, |
Meerstern, ich dich grüße[Bearbeiten]
Geistliche Volkslieder, 1830[Bearbeiten]
Ein volkstümliches Marienlied in der Fassung von August von Haxthausens Sammlung Geistliche Volkslieder (1830) nimmt in litaneiartiger Form zahlreiche Motive von Ave maris stella auf. Es wurde nicht in die Gesamtausgabe des Einheitsgesangbuchs Gotteslob aufgenommen, findet sich aber mit leichten Abweichungen in mehreren Diözesananhängen zum Gotteslob.[3]
Meerstern, ich dich grüße, o Maria hilf!
Gottesmutter süße, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Rose ohne Dornen, o Maria hilf!
du von Gott erkorne, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Lilie ohnegleichen, o Maria hilf!
dir die Engel weichen, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Quelle aller Freuden, o Maria hilf!
Trösterin im Leiden, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Hoch auf deinem Throne, o Maria hilf!
aller Jungfraun Krone, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Gib ein reines Leben, o Maria hilf!
sichre Reis' daneben, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Dich als Mutter zeige, o Maria hilf!
gnädig uns zuneige, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Nimm uns in die Hände, o Maria hilf!
uns das Licht zuwende, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Hilf uns Christum flehen, o Maria hilf!
fröhlich vor ihm stehen, o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen aus dieser tiefen Not.
Psälterlein, 1637[Bearbeiten]
Eine andere Fassung stammt aus dem 1637 in Köln erschienenen Gesangbuch Psälterlein, verfasst von dem Jesuiten Johannes Heringsdorf[4]:
Meerstern, ich dich grüße, Mutter Gottes süße,
allzeit Jungfrau reine, Himmelspfort alleine!
Schau voll Huld vom Himmelsthron, bitt für uns beim lieben Sohn, o Jungfrau Maria!
Ave, klang die Kunde aus des Engels Munde,
uns den Frieden spende, Evas Namen wende!
Schau voll Huld vom Himmelsthron, bitt für uns beim lieben Sohn, o Jungfrau Maria!
Dich als Mutter zeige, dass durch dich sich neige
unserm Flehn auf Erden, der dein Sohn wollt werden!
Schau voll Huld vom Himmelsthron, bitt für uns beim lieben Sohn, o Jungfrau Maria!
Gib ein reines Leben, mach den Weg uns eben,
dass in Himmelshöhen froh wir Jesum sehen!
Schau voll Huld vom Himmelsthron, bitt für uns beim lieben Sohn, o Jungfrau Maria!
Fußnoten[Bearbeiten]
- ↑ Übertragung in Gotteslob Nr. 578 (in unterschiedlicher Strophenreihung)
- ↑ „Eva“ rückwärts gelesen ergibt „Ave“.
- ↑ Anhang für das Erzbistum Paderborn: Nr. 879 (der hier wiedergegebene Text), Berliner Anhang zum Gotteslob: Nr. 867, Anhang für das Bistum Trier: Nr. 870.
- ↑ Gotteslob, Diözesananhang für das Erzbistum Köln, Nr. 954, 3. Strophe nach Heinrich Bone
Literatur[Bearbeiten]
- Heinrich Lausberg: Der Hymnus „Ave maris stella“. Westdeutscher Verlag, Opladen 1976, ISBN 3-531-05075-3
Weblinks[Bearbeiten]
- Gemeinfreie Noten von Ave maris stella in der Choral Public Domain Library (ChoralWiki) (englisch)