Binär-Waffe
Binär-Waffen (binäre Kampfstoffe) sind eine Art chemischer Waffen.
Bei dieser Waffe befinden sich zwei oder mehrere wenig giftige Chemikalien getrennt voneinander in einem Geschoss, unter Umständen mit geeigneten Reaktionsbeschleunigern versehen. Nach dem Abschuss vermischen sich diese und bilden den eigentlichen Kampfstoff.
Den Vorteil dieser Art chemischer Waffen ist die relativ gefahrlose Lagerung und Handhabung der Geschosse, da die verwendeten Chemikalien in der Regel sehr viel weniger giftig sowie besser lagerfähig (Zersetzung der Chemikalien, Korrosion des Geschosses) als die Kampfstoffe selbst sind.
Erste Forschungen auf dem Gebiet der binären Kampfstoffe wurden in den USA seit 1954 vorgenommen. Nachdem die USA 1969 ein Moratorium in Bezug auf die Entwicklung chemischer Waffen beschlossen hatten, wurde die Entwicklung zunächst beendet. Nachdem der Ostblock ein massives Übergewicht an chemischen Waffen aufgebaut hatte, wurden 1980 die Forschungen wieder aufgenommen und die binären Waffen in den Folgejahren zur Serienreife gebracht.[1]
Literatur [Bearbeiten]
- Jochen Gartz: Chemische Kampfstoffe, Löhrbach 2003, ISBN 3-922708-28-5
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Wiener Blätter zur Friedensforschung: Ausgaben 38-45, 1984, Seite 34