Korrosion

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Korrosion (von lat. corrodere, „zersetzen, zerfressen, zernagen“) ist aus technischer Sicht die Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffs bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Funktion eines Bauteils oder Systems führen kann. Chemische Korrosion tritt an Metallen auf (DIN EN ISO 8044; ehemals DIN 50900). Die wohl bekannteste Art von Korrosion ist das Rosten, also die Oxidation von Eisen.

In der Geologie versteht man unter Korrosion die Zersetzung von Gesteinen durch Einwirkung von Wasser. Solche Verwitterungsprozesse spielen auch bei Gebäuden eine Rolle. In der Medizin bezeichnet die Korrosion die Zersetzung von Geweben. Eine durch Lebewesen ausgelöste Korrosion wird als Biokorrosion bezeichnet.

Chemie[Bearbeiten]

In der Chemie bezeichnet Korrosion die chemische Reaktion oder eine elektrochemische Reaktion eines meist metallischen Werkstoffes mit Stoffen aus seiner Umgebung in einem Korrosionselement, wobei eine messbare Veränderung am Werkstoff eintritt, meist eine Änderung der Farbe sowie oft eine negative Veränderung der sonstigen Oberflächeneigenschaften. In bestimmten Fällen kommt es zu einer Massenzunahme am Metall.

Hauptarten der Korrosion sind dabei:

Technik[Bearbeiten]

Definition[Bearbeiten]

Die DIN EN ISO 8044:1999 definiert Korrosion wie folgt:

„Physikochemische Wechselwirkung zwischen einem Metall und seiner Umgebung, die zu einer Veränderung der Eigenschaften des Metalls führt und die zu erheblichen Beeinträchtigungen der Funktion des Metalles, der Umgebung oder des technischen Systems, von dem diese einen Teil bilden, führen kann. ANMERKUNG: Diese Wechselwirkung ist oft elektrochemischer Natur.“

Arten der Korrosion[Bearbeiten]

Die Norm definiert ebenfalls 37 verschiedene Korrosionsarten.

In der Technik werden neben werkstoffbasierter Korrosion weitere Arten der Korrosion anhand des Ortes ihres Auftretens unterschieden:

Andere Arten der Korrosion:

Korrosionsschutz[Bearbeiten]

Wichtig ist daher auch ein Korrosionsschutz.

Aktiver Schutz
Passiver Schutz
  • Feuerverzinken
  • Schutzanstrich bzw. Schutzbeschichtung mit entsprechender Vorbehandlung oder unter Verwendung von Haftvermittlern
  • Sonstiger organischer Transportschutz: Fette, Wachse, fluoriertes Polyurethan (FPU)
  • Anorganischer nichtmetallischer Schutz: Passivierung, Oxide
  • Anorganischer metallischer Schutz: Hämatit (Eisenglimmer), Zink, Aluminium
  • Konstruktive Maßnahmen: durchgehend schweißen etc.
  • Unterschiedliche Metalle nicht in direktem Kontakt verbauen, z. B. keine Chrom- oder Aluminiumzierteile direkt auf Stahl; Kfz-Nummernschilder mit Kunststoffzwischenlage montieren
  • An gefährdeten Stellen Wasserabläufe vorsehen (z. B. in Autotüren)
  • Hohlraumversiegelung
  • Relais mit Schutzgas-Füllung, Reed-Relais
  • Elektrolytisches Vergolden, z. B. in der Zahntechnik[1]
  • Luftfilterung und Überdruckbelüftung von Gehäusen und Schaltschränken, z. B. durch chemosorptive Filter, zur Elimination korrosiver Gase wie H2S

Hinweis: Durch Feuerverzinken entsteht sowohl ein passiver als auch ein aktiver Korrosionsschutz.

Bauten: Korrosion von Gestein[Bearbeiten]

In der Geologie ist „Korrosion“ die Zersetzung von Gesteinen unter Einwirkung von Wasser. Auch bei Bauten tritt eine solche Korrosion auf, dort meist Verwitterung oder auch Steinfraß genannt. Wie das Wort andeutet, spielt dafür die Witterung eine große Rolle. Durch konstruktive Maßnahmen kann diese verringert werden, z. B. durch

  • Verwendung solider Materialien,
  • Tropfkanten,
  • überstehende Dachkanten zum Schutz der Fassaden,
  • Pflege,
  • Vermeidung von Bewuchs,
  • Vorbeugung gegen Hochwasser, Grundwasser,
  • Bäume nicht über Abwasserleitungen.

Medizin: Korrosion von Gewebe[Bearbeiten]

In der Medizin versteht man unter „Korrosion“ die Zerstörung von Gewebe, die durch eine Entzündung oder ätzende Mittel hervorgerufen wird.

Andererseits spielt auch die metallische Korrosion in der Implantologie und der Zahnmedizin eine Rolle. Das vielseitige klinische Erscheinungsbild wird als Metallose bezeichnet und ist in den Anfängen meist symptomlos.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Müller, Klaus: Vier Jahre Erfahrungen mit EF-NE-NEM-Legierungen. In: Zahnärztliche Praxis, Heft 4 S. 130–132, 36. Jahr, 12. April 1984

Literatur[Bearbeiten]

  • Fonds der Chemischen Industrie: Korrosion / Korrosionsschutz, Folienserie und Textheft Nr. 8, Frankfurt am Main 1994
  • K. Müller: Kleines Handbuch der oralen Implantologie, Kap. 16: Zur klinischen Relevanz der Metallose, S.137–143, ISBN 3-9800176-2-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Korrosion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien