Biodata

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Biodata war ein im Bereich IT-Sicherheit tätiges Unternehmen der sogenannten New Economy. Tan Siekmann kaufte die Biodata GmbH 1984 im Alter von 16 Jahren seinen Eltern für den symbolischen Preis von einer Mark ab.[1] Unter seiner Führung entwickelte die Firma Hardware-Komponenten zur Verschlüsselung von Internet-, Telefon- und Satellitensignalen.

Zu Beginn der Firmengeschichte entwickelte Biodata Software für Ärzte und Apotheker. Gegen Ende der 1980er Jahre schwenkte das Unternehmen auf die Herstellung von Netzwerkkomponenten um, vor allem die BioNet-Serie für Atari ST-Computer des damaligen Herstellers Atari [2]. Weitere Netzwerkprodukte wie der ISDN-Router BIG ("Bionet Intelligent Gateway") folgten ab etwa 1994.

Im Jahr 2000 erfolgte der Börsengang als Aktiengesellschaft an das Segment Neuer Markt, nachdem Siekmann diesen Schritt noch im vorhergehenden Jahr ausgeschlossen hatte[3]. Die zu 45 Euro ausgegebenen Aktien wurden zur Erstnotiz mit 240 Euro festgestellt und waren damit der höchste Zeichnungsgewinn, der je am Neuen Markt erzielt wurde. Noch am ersten Handelstag stieg der Kurs weiter auf 302 Euro; der kurze Zeit später erreichte Höchstkurs von 439 Euro bewertete das Unternehmen bei ca. 23,5 Mio. Euro Umsatz mit über 2 Mrd. Euro Börsenkapitalisierung. Der Firmensitz war die der Familie Siekmann gehörende Burg Lichtenfels.

Im November 2001 meldete Biodata, die laufend Verluste schrieb, Insolvenz an. Aus der Insolvenzmasse kaufte Tan Siekmann für 800.000 Euro einige Bereiche zurück, gründete daraus die Biodata Systems GmbH und übernahm etwa 50 ehemalige Mitarbeiter der Biodata IT AG. Man konzentrierte sich nunmehr auf das Kerngeschäft der ISDN-Verschlüsselung, der Firmensitz war nun in Frankenberg (Eder). Im Jahr 2004 musste Biodata allerdings erneut Insolvenz anmelden, nachdem die Gewinnzone nicht erreicht wurde. Siekmann kaufte erneut Bereiche aus der Insolvenzmasse und brachte diese in die neue Firma Safe-Com GmbH & Co. KG ein, die wieder auf der Burg Lichtenfels angesiedelt war.

Zum Vorwurf des Betruges sagte Siekmann im Dokumentarfilm Weltmarktführer des Filmemachers Klaus Stern, der die Geschichte von Biodata begleitete: Niemals habe er „getürkte Ad-hoc-Meldungen herausgegeben“ oder „Scheinumsätze“ gebucht. „Okay, ich habe beim Höchstkurs für 25 Millionen Euro eigene Aktien verkauft – aber alles legal“. „Ich sollte der Buhmann sein, den man am Boden sehen wollte.“

Siekmann ist vom Konkurs weniger betroffen. Zitat: „Ich war vorher Millionär, und bin's heute wieder.“

Anfang 2005 erhob die Staatsanwaltschaft Kassel Anklage gegen Tan Siekmann und zwei weitere Geschäftsführer. Vorgeworfen wurde ihnen u. a. Verletzung der Buchführungspflicht, Insolvenzstraftaten und verbotene Insidergeschäfte. Das Verfahren wurde im Februar 2009 eingestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Litz, brand eins 9/2004: „Nach dem Bilderbuch - Tan Siekmann war ein Held der neuen Wirtschaft. Bis er scheiterte.“
  2. ATARImagazin, 06/87: „Netzwerk von BIODATA“
  3. ChannelPartner Hersteller-News, 6. April 1999: „Biodata-Chef Siekmann setzt auf Sicherheitslösungen“

Weblinks[Bearbeiten]