Bioskop

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bioskop (Begriffsklärung) aufgeführt.
Eugen Skladanowsky (links) und Max Skladanowsky (rechts) mit dem Bioskop (1934)

Das Bioskop war ein Projektionsapparat der Brüder Skladanowsky, der 54-mm-Film mit zwei Filmschleifen verwendete.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorführungen

Die ersten Vorführungen fanden 1895 im Lokal „Feldschlößchen“ in der Berliner Straße 27 in Berlin-Pankow statt und zeigten Szenen, die zuvor im Garten des Lokals aufgenommen wurden. Im Ballsaal des Lokals wurde das erste Kino Berlins eröffnet, das Tivoli. Am 1. November 1895 zeigten die Brüder Skladanowsky ihre Filme erstmals im Wintergarten in Berlin im Anschluss an das Varieté-Programm. Diese Vorführung gilt als erste kommerzielle Film-Vorführung in der Geschichte des Filmtheaters.

[Bearbeiten] Technik

Den Brüdern Skladanowsky gelang es nicht, Bilderfolgen in gleichmäßigem Abstand aufzuzeichnen. Hauptsächlich lag das an der fehlenden Perforation ihres 54-mm-Films. Sie fotografierten Szenen mit ihrer „Kurbelkiste“ und montierten Positive vom Negativ abwechselnd auf Blankfilm. Dieser wurde zu Endlosschleifen zusammengeklebt und schließlich von Hand mit einer Nietenzange perforiert. Das Bioskop ist ein Projektor nach dem Duplex-Verfahren.

Die Technik beschränkte auf das Abspielen von maximal 24 Bildern und setzte sich aus nachvollziehbaren Gründen nicht durch.

[Bearbeiten] Ehrung

Mosaik in der Berliner Straße

Im Zuge der Planungen zur Sanierung und Wiederinbetriebnahme des Kino Tivoli anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Bioskop-Uraufführung wurden in Berlin-Pankow mehrere Andenken an die Erfindung der Film-Pioniere Max und Eugen Skladanowsky geschaffen. Obwohl das Tivoli entgegen den ursprünglichen Plänen abgerissen wurde, sind die Andenken erhalten geblieben.

Vor dem ehemaligen Gelände des Feldschlößchens und Tivoli in der Berliner Straße 27 befindet sich heute auf dem Fußweg ein Mosaikstreifen mit der Aufschrift „1895 BIOSKOP 1995“.[1] Die ersten Filme des Bioskops sind in Übergröße als Filmstreifen auf Hauswänden der Gebäude Mühlenstraße 12 und 15 dargestellt.[2] An der Ecke Schönhauser Allee-Kastanienallee im Ortsteil Prenzlauer Berg befindet sich ein weiterer Mosaikstreifen mit der Aufschrift „SKLADANOWSKY“. Bereits 1892 standen die Brüder Skladanowsky in der Nähe auf dem Dach des Hauses Schönhauser Allee 146 und versuchten mit ihrem selbstgebauten Apparat Filmaufnahmen der Umgebung zu machen.[3]

[Bearbeiten] Trivia

Im ehemaligen Jugoslawien, sowie in Schweden (bio) und den Niederlanden (bioscoop) hat sich "Bioskop" als Standardbezeichnung für das Wort Kino eingebürgert.[4]

[Bearbeiten] Siehe auch

BW

[Bearbeiten] Literatur

  • Joachim Castan: Max Skladanowsky oder der Beginn einer deutschen Filmgeschichte. Füsslin, Stuttgart 1995, ISBN 3-9803451-3-0, S. 63–71.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Das Ende einer Legende (Textarchiv Berliner Zeitung)
  2. Film in Pankow (bei ansichtskarten-pankow.de)
  3. Kurbelei in der Schönhauser Allee 146 (Textarchiv Berliner Zeitung)
  4. http://recnik.krstarica.com/?text=bioskop%0D%0A&conversion=&src=sr&dst=de&do=1
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