Blaugrüne Binse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blaugrüne Binse
Blaugrüne Binse (Juncus inflexus)

Blaugrüne Binse (Juncus inflexus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Blaugrüne Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus inflexus
L.

Die Blaugrüne Binse (Juncus inflexus), auch als Graugrüne Binse bezeichnet, gehört zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Kennzeichnend für diese Binse ist die grau- bis blaugrüne Färbung ihrer borstlichen Stängel und Blätter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Blaugrüne Binse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Sie erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe bis zu 80 Zentimetern, seltener wird sie bis zu 120 Zentimeter hoch. Sie bildet dichte Horste. Die Stängelbasis ist von schwarzbraunen, glänzenden und spreitenlosen Blattscheiden umgeben. Die drehrunden grau- bis blaugrünen Stängel wachsen starr aufrecht. Sie sind besonders unter dem Blütenstand mit 12 bis 16 Längsrippen und nur mit einem den Blütenstand überragenden Blatt versehen. Daher erscheinen die Blütenstände seitenständig. Die Stängel sind von einem schwammigen, gekammerten Mark erfüllt.

Der Blütenstand ist eine lockere, vielblütige ungestielte Spirre. Er wird bis zu 5 Zentimeter lang. Die sechs Perigonblätter werden zwischen 2,5 und 4 Millimeter lang und tragen einen grünen Mittelstreifen. Sie sind etwas länger als die Frucht. Die drei Narben sind rötlich. Die Kapsel ist dreikantig, zugespitzt und dunkel kastanienbraun.

Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Die Blaugrüne Binse ist in Europa, nach Norden bis Schottland und Schweden, verbreitet. Ferner kommen Populationen in Nord- und Südafrika sowie im temperaten und tropischen Asien vor. Die Binse ist in Australien, Neuseeland und Nordamerika eingebürgert.

Das Binsengewächs wächst in Mooren, auf feuchten Weiden, in Feuchtwiesen, an Wegrändern und in Waldschlägen auf feuchten, nährstoff- und basenreichen Lehm- und Tonböden.

Systematik[Bearbeiten]

Der wissenschaftliche Name der Blaugrünen Binse (Juncus inflexus L.) wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[1]

Es werden zwei Unterarten unterschieden:[2]

  • Juncus inflexus subsp. brachytepalus (Trautv. ex V.I.Krecz. & Gontsch.) Novikov, mit orangeroten unteren Blattscheiden, am Grund bis 1 cm dicken Stängeln und die Blütenhülle deutlich überragenden Kapseln.[3] Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Zentralasien bis Zentralchina.[2]
  • Juncus inflexus L. subsp. inflexus, mit mehr oder weniger dunkel kirschroten unteren Blattscheiden, am Grund nur 3 bis 5 mm dicken Stängeln und Kapseln, die etwa gleich lang wie die Blütenhülle sind.[3] Ihr Verbreitungsgebiet entspricht abgesehen von Lücken in Zentralasien dem der Gesamtart.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jürke Grau, Bruno P. Kremer, Bodo M. Möseler, Gerhard Rambold, Dagmar Triebel: Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsengewächse und grasähnliche Familien Europas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe Auflage. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.
  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 7., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1994, ISBN 3-8252-1828-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 326, Digitalisat
  2. a b c Rafael Govaerts: World Checklist of Juncaceae. Juncus inflexus. Royal Botanic Gardens, Kew, Internet-Veröffentlichung, abgerufen am 9. März 2013.
  3. a b V. I. Krechetovich, N. F. Goncharov: Juncus. In: B. K. Schischkin (Hrsg.), N. Landau (Übers.): Flora of the U.S.S.R. Volume III. Israel Program for Scientific Translations, Jerusalem 1964, S. 402, 433 (engl.; russ. Original: Izdatel'stvo Akademii Nauk SSSR, Moskau-Leningrad 1935, S. 509, 547) Digitalisat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blaugrüne Binse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien