Population (Biologie)

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Eine Population ist eine Gruppe von Individuen der gleichen Art, die aufgrund ihrer Entstehungsprozesse miteinander verbunden sind, eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden und zur gleichen Zeit in einem einheitlichen Areal zu finden sind.

Der Begriff wurde 1903 von Wilhelm Johannsen definiert.[1]

Entstehungsprozesse[Bearbeiten]

Für organismische Populationen sind die Individuen durch folgende Entstehungsprozesse generativ miteinander verbunden:

Charakterisierung[Bearbeiten]

Die Charakterisierung einer Population erfolgt durch Art (Ausprägung, Gestaltung), Häufigkeit und Variationsbreite der

  1. Allele,
  2. Genotypen (Allelkombinationen),
  3. Phänotypen (durch Genotyp und Umwelt bedingte Merkmalskombinationen).

Eine Veränderung einer Population, ihrer Entwicklung oder Evolution, ist an der Änderung dieser charakterisierenden Merkmale ablesbar. Eine Population, die sich im Hardy-Weinberg-Gleichgewicht befindet, weist über viele Generationen hinweg keine Veränderung der Allel- oder Genotypenfrequenzen auf. Eine Mendel-Population bilden Organismen mit sexueller Fortpflanzung.

Es liegt in der Natur der Sache, dass man besonders bei wenig mobilen Lebewesen (Pflanzen, aber auch Tieren) und bei fragmentiertem Lebensraum (z. B. Berggipfel, siehe etwa Cylindrus obtusus) Subpopulationen unterscheiden kann, die in der Populationsgenetik untersucht werden.

Die Populationsbiologie untersucht unter anderem die Populationsdichte, die Populationsdynamik und die Populationsgenetik.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jochen Graw: Genetik. Springer, Berlin; 5., vollständig überarbeitete Auflage 2010; ISBN 978-3-642-04998-9; S. 614.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Kunz: Was ist eine Art? In der Praxis bewährt, aber unscharf definiert. In: Biologie in unserer Zeit. 32, Nr. 1, 2002, ISSN 0045-205X, S. 10–19.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Population – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen