Blockabfertigung

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Unter Blockabfertigung versteht man den gleichzeitigen Durchlass mehrerer Fahrzeuge in einer Fahrtrichtung, während die Gegenseite warten muss. Dies geschieht, um den Verkehrsfluss je Richtung zu erhöhen und Rückstaus vor den Verkehrsbauwerken beschleunigt abbauen zu können. Das unterscheidet die Blockabfertigung von dem wechselweisen Durchfahren einer Engstelle, die richtungsunabhängig nur einem Fahrzeug Platz bietet.

Besonders bekannt war früher in diesem Zusammenhang der Katschbergtunnel (Tauernautobahn), der bei Stau zu Ferienbeginn meist in Blockabfertigung betrieben wurde.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort Blockabfertigung stammt vom französischen en bloc - mehrere auf einmal.

Bewegliche Brücke[Bearbeiten]

Bei einer beweglichen Brücke wird Schiffen aus jeweils einer Richtung die Durchfahrt gewährt, während die Einfahrt in die Engstelle für die andere Seite noch gesperrt ist. Erst wenn alle wartenden Schiffe der einen Seite die Brücke passiert haben, wird die Durchfahrt für die andere Richtung freigegeben. Dadurch kann die Wartezeit für den querenden Straßen- bzw. Schienenverkehr mitunter recht lang ausfallen. Brücken auf viel befahrenen Wasserwegen haben daher mehrere bewegliche Elemente, um parallel mehr Wasserfahrzeuge das Verkehrsbauwerk und damit den kreuzenden Verkehrsweg passieren lassen zu können.

Bahnübergänge[Bearbeiten]

Im Eisenbahnverkehr kommt es mitunter an Bahnübergängen zu einer Blockabfertigung, wenn mehrere Züge aus unterschiedlichen Richtungen denselben passieren. Auf besonderen Lichtsignalanlagen kann die Anzahl der durchfahrenden Züge angegeben werden. Bekanntes Beispiel ist die rechtsrheinische Bahnstrecke bei Eltville am Rhein.

Tunnel[Bearbeiten]

Bei Gegenverkehrstunneln wird jeweils immer nur an einem Tunnelportal die Passage gewährt und auf der anderen Seite des Tunnels ist solange die Einfahrt per roter Ampel verboten. Die Blockabfertigung wird normalerweise angewandt, um bei hohem Verkehrsaufkommen einen Stau im Tunnel zu vermeiden (dann kann auf der Gegenspur dauerhaft grün gegeben werden) oder wenn eine Baustelle oder eine Fahrzeugpanne im Tunnel den Verkehr behindert.

Bei Richtungsverkehrstunneln wird Blockabfertigung angewandt, um einen Stau und damit die Gefahr von Auffahrunfällen im Tunnel zu vermeiden. Der dabei entstehende Stau würde dabei durch zu hohes Verkehrsaufkommen ohnehin entstehen, aufgrund potentieller Unfälle und Behinderungen jedoch i.d.R. sogar noch länger ausfallen. Durch die Lichtsignalanlage am Portal des Tunnels wird der Stau lediglich an einer bestimmten Stelle fixiert, so dass der Eindruck entsteht, der Tunnel wäre für den Stau verantwortlich. Falls der Abfluss nicht, etwa durch eine Baustelle, behindert ist, wird der Verkehr hinter dem Tunnel wieder fließen.