Bobo doll study

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Als Bobo doll study bezeichnet man Experimente des Psychologen Albert Bandura. Sie gehören zu seinen wichtigsten Studien des Beobachtungslernens oder Modell-Lernen. Ein besonders bekanntes Experiment[1]aus dieser Serie, das auch als Rocky-Experiment bekannt ist, wird im Folgenden beschrieben. Es existieren jedoch noch weitere Studien zum selben Themenkomplex [2] [3].

Ablauf der Studie von Bandura (1963)[Bearbeiten]

Vier- bis fünfjährigen Kindern, davon 33 Jungen und 33 Mädchen, wurde ein Film vorgeführt, der eine erwachsene Person namens „Rocky“ in einem Raum mit mehreren Gegenständen zeigte, wobei die Person sich gegenüber einer großen Plastikpuppe namens „Bobo“ aggressiv verhält: Die Puppe wurde geschlagen, getreten, zu Boden geworfen und beschimpft, teilweise auch mit Wortneuschöpfungen.

Der Film endete in drei verschiedenen Varianten. Den Kindern wurde jeweils eine Fassung davon gezeigt, wodurch drei randomisierte Versuchsgruppen von Teilnehmern gebildet wurden. Jeweils die Hälfte der Versuchsgruppe bekam das optionale Ende zu sehen.

  1. Am Ende tritt eine zweite Person hinzu, die „Rocky“ für sein Verhalten lobt und ihn mit Süßigkeiten belohnt.
  2. Am Ende kommt ebenfalls die andere Person hinzu, tadelt jedoch „Rocky“ und bestraft ihn mit Schlägen und Drohungen.
  3. Das Geschehen bleibt unkommentiert, keine weitere Person tritt auf.

Direkt im Anschluss wurden die Kinder - einzeln - in einen Raum mit den gleichen Gegenständen geführt. Die Kinder spielten mit den verschiedenen Gegenständen, ahmten aber auch das aggressive Verhalten Rockys gegenüber Bobo nach (auch mit den Wortneuschöpfungen). Die Bereitschaft zur Aggressivität war bei den unterschiedlichen Gruppen verschieden ausgeprägt. Nach Ansporn und Belohnung zeigten die Kinder einen deutlichen Anstieg der Gewaltbereitschaft. Besonders die Mädchen zeigten vermehrt aggressives Verhalten gegenüber der Puppe nach der Belohnung. Die Kinder, die zuvor die Bestrafung Rockys gesehen hatten, waren deutlich weniger aggressiv, jedoch nach Aufforderung zur Gewalt zeigten sie vergleichbare Aggressivität. Die Gruppe mit dem neutralen Ende zeigte ein ähnlich aggressives Verhalten wie die Gruppe, welcher das Lob gezeigt wurde.

Anschließend wurde den Kindern für jede gesehene Handlung, an die sie sich erinnern und die sie nachahmen konnten, eine Belohnung in Aussicht gestellt. Das verstärkte bei allen drei Gruppen die Nachahmungsrate, wobei die Gruppe, die Rockys Bestrafung verfolgen konnte, die anderen beiden Gruppen noch übertraf.

Fazit[Bearbeiten]

Albert Bandura schloss daraus, dass die Kinder das Vorbild-Verhalten gleichermaßen erlernt, aber je nach Folgen unterschiedlich reproduziert haben. Es besteht also ein Unterschied zwischen Erwerb (Akquisition oder Kompetenz) und Ausführung (Performanz) des beobachteten Verhaltens.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

  1. Bandura, A. (1965). Influence of models reinforcement contingencies on the acquisition of imitative response. Journal of Personality and Social Psychology, 1, 589-595.
  2. Bandura, A., Ross, D., & Ross, S. A. (1961): Transmission of aggressions through imitation of aggressive models. Journal of Abnormal and Social Psychology, 63, 575-582.
  3. Bandura, A., Ross, D., & Ross, S. A. (1963): Imitation of film-mediated aggressive models. Journal of Abnormal and Social Psychology, 66, 3-11.

Literatur[Bearbeiten]

  • Schermer, F. (1998). Lernen und Gedächtnis. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Tausch R., Tausch A.-M. (1970): Erziehungspsychologie. 5. Aufl. Göttingen: Hogrefe.