Albert Bandura

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Psychologe Albert Bandura 2005

Albert Bandura (* 4. Dezember 1925 in Mundare) ist ein kanadischer Psychologe. Er gilt als einer der führenden Psychologen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Albert Bandura wurde am 4. Dezember 1925 geboren und war neben seinen fünf älteren Schwestern der einzige Sohn der Familie. Trotz eingeschränkter Bildungsmöglichkeiten in seinem Geburtsort Mundare (in der Nähe von Edmonton) mit ungefähr 400 Einwohnern entwickelte er unabhängiges und selbstständiges Lernen, was ihm in seiner späteren Karriere helfen sollte.

Er erhielt 1949 seinen Bachelor für Psychologie an der University of British Columbia in Kanada und studierte anschließend an der University of Iowa, wo er 1951 seinen Master und 1952 seinen Doktortitel (Ph.D.) in Psychologie erhielt. Ein Jahr darauf erhielt er einen Ruf an die Stanford University, den er bis heute innehat. 1974 wurde er zum Präsidenten der American Psychological Association gewählt.

1952 heiratete Bandura Virginia Varns, mit der er die Töchter Carol und Mary hat.

Werk[Bearbeiten]

Während seiner Zeit an der University of Iowa wurde Bandura vom Lerntheoretiker Kenneth W. Spence beeinflusst, trotzdem galt Banduras Hauptinteresse weiter der Klinischen Psychologie.

Sein Interesse für die Lernpsychologie wurde durch das Buch Social Learning and Imitation von Miller und Dollard[1] (1941) geweckt. Diese nutzten die behavioristische Lerntheorie als Basis, um das Phänomen des sozialen Lernens und Imitierens zu erklären. Ihre Annahmen zu diesem Thema dominierten die psychologische Literatur nahezu zwei Jahrzehnte. Erst in den frühen 1960er Jahren begann Bandura mit einer Reihe von Artikeln und Büchern diese Erklärungen zu verändern, indem er von einem Lernen durch Beobachtung sprach.

Zusammen mit Richard H. Walters veröffentlichte Bandura 1959 das Buch Adolescent Aggressions. Er setzte in der Aggressionsforschung die entscheidende Rolle des sozialen Lernens von aggressivem Verhalten neben Trieb und Frustration als dessen Auslöser durch.

Seine wohl bekannteste Studie ist die 1963 durchgeführte Bobo doll study, die zur Entwicklung der Theorie des Lernens am Modell (auch: Beobachtungslernen) führte.

Des Weiteren entwickelte er die Konzepte der Selbstwirksamkeitserwartung und Sozialkognitiven Lerntheorie. Diese Studien bilden auch eine wichtige theoretische Basis für das Konzept der Patientenkompetenz.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bandura, der seit den 1950er Jahren an der Stanford University arbeitet, gilt als einer der führenden Psychologen unserer Zeit. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen für seine Arbeit und ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften. 1974 wurde er zum Präsidenten der American Psychological Association ernannt. 1990 wurde ihm von der Freien Universität Berlin die Ehrendoktorwürde verliehen, da er „… das Verständnis bedeutungsvoller Lernvorgänge, emotionaler Prozesse und menschlicher Verhaltensänderungen entscheidend verbessert [hat].“ 2004 erhielt er die Auszeichnung Outstanding Lifetime Contribution to Psychology der American Psychology Association sowie eine Honorarprofessur der Universität von Athen. Anfang 2008 wurde ihm der Grawemeyer Award in Psychologie verliehen.

Schriften[Bearbeiten]

  • Albert Bandura, Richard H. Walters: Social Learning and personality developement. Holt Rinehart and Winston, New York 1963.
  • Albert Bandura: Lernen am Modell. Ansätze zu einer sozial-kognitiven Lerntheorie. Klett, Stuttgart 1976, ISBN 3-12-920590-X.
  • Albert Bandura: Sozial-kognitive Lerntheorie. Klett-Cotta, Stuttgart 1979, ISBN 3-12-920511-X, (Konzepte der Humanwissenschaften).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. N. E. Miller, J. Dollard: Social Learning and Imitation. Yale University Press, New Haven 1941