Borkener See

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Borkener See
Blick über den Borkener See auf Borken
Blick über den Borkener See auf Borken
Geographische Lage Westhessische Senke
Zuflüsse Schichtquellen im Buntsandstein
Orte am Ufer Nassenerfurth, Trockenerfurth
Größere Städte in der Nähe Borken (Hessen)
Daten
Koordinaten 51° 2′ 5″ N, 9° 16′ 1″ O51.0346869.266895177Koordinaten: 51° 2′ 5″ N, 9° 16′ 1″ O
Borkener See (Hessen)
Borkener See
Höhe über Meeresspiegel 177 m ü. NN
Fläche 139 hadep1f5
Länge 1,25 kmf6
Breite 780 mf7
Volumen 35.000.000 m³f8
Maximale Tiefe 52,5 mf10
pH-Wert 8
Einzugsgebiet 3,5 km²f4
Besonderheiten

oligotroph, Naturschutzgebiet, Ruheplatz für Zugvögel

Borkener See Hochsitz.jpg
Hochsitz am Borkener See
Borkener See Rundweg.jpg
Geschotterter Rundweg
Borkener See Turm.jpg
Blick auf den See von einem Beobachtungsstand

Der Borkener See ist ein künstlich, im Zuge der Braunkohlegewinnung im Borkener Braunkohlerevier, entstandener See südwestlich von Borken im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, Deutschland. Wegen seiner ökologischen Bedeutung, unter anderem als Vogelrastgebiet, steht der See einschließlich seiner Uferzonen unter Naturschutz.

Geographie[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Borkener See liegt in der Schwalmaue, einem Teil der Westhessischen Senke, und ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel.[1] Die Wasseroberfläche liegt etwa 177 m über NN.[2] Die Fläche des Sees beträgt ca. 139 ha.[3] Seine Länge ist ca. 1250 m und die Breite ca. 780 m. An den See grenzen die Stadt Borken und die Stadtteile Nassenerfurth und Trockenerfurth.

Entstehung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Borkener Braunkohlerevier

Hervorgegangen aus dem ehemaligen Braunkohletagebau Grube Altenburg IV entstand im Zuge der Rekultivierung von 1975 bis 1992 der Borkener See. Während der Förderzeit (1954-1975) umfasste die Betriebsfläche des Tagebaues 234 ha. Es wurden ca. 70.000.000 m³ Abraum bewegt um rund 9 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern.[4]

In der Anfangsphase der Rekultivierung wurden Überlegungen angestellt, ob die Füllung des Borkener Sees nicht beschleunigt werden solle, um ihn als Freizeitgelände mit Wochenendhäusern nutzen zu können. Bei Untersuchungen zu Beginn der Füllung stellte sich jedoch heraus, dass der See leicht basisch und zudem nährstoffarm (oligotroph) war. Daraufhin wurde von der Beschleunigung der Füllung abgesehen und die Ausweisung des Borkener Sees als Naturschutzgebiet eingeleitet.[2]

Dramatische Landschaft[Bearbeiten]

Im südöstlichen Tagebaubereich, im Bereich des ehemaligen Untertagebaus Weingrund - einem Gebiet mit wiederkehrenden umfangreichen Senkungen und Böschungsrutschungen, wurden schon ungefähr 20 ha für die Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgesehen. Diese Fläche wurde auch als „dramatische Landschaft“ bezeichnet, da in diesem Gebiet die Fauna und Flora sich ständig neuen Gegebenheiten anpassen mussten.[4]

Feuchtbiotop[Bearbeiten]

Zudem wurde im Norden des Braunkohle-Tagebaus ein Feuchtbiotop mit ca. 5 ha Fläche angelegt. Besonderer Wert wurde auf eine lange Uferlinie mit ca. 1,3 km Länge, bei gerade einmal 2,6 ha Wasserfläche, gelegt.[4]

Nutzung[Bearbeiten]

Das komplette Einzugsgebiet des Borkener See steht unter Naturschutz. Gemeinsam haben die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen über die Stiftung „Hessischer Naturschutz“ die betreffenden Flächen aufgekauft.[2] Hiermit sollte verhindert werden, dass über die landwirtschaftliche Nutzung Nährstoffe in den See eingetragen werden.[5]

Ökologie[Bearbeiten]

BfN-Steckbrief

Wasserqualität[Bearbeiten]

Anders als die meisten größeren Seen in Hessen ist der Borkener See oligotroph. Auch ist durch seine Größe nicht damit zu rechnen, dass er nährstoffreich (eutroph) wird. Des Weiteren weist er im Gegensatz zu ähnlichen Tagebauseen in ihrem „Jugendstadium“ einen basischen pH-Wert auf. Somit gibt er auf diesen Lebensraum spezialisierten Pflanzen und Tieren ein Refugium.

Schutzstatus[Bearbeiten]

Der gesamte See einschließlich seiner Uferzonen steht unter Naturschutz. Baden, Angeln und andere Wassersportaktivitäten sind daher nicht gestattet. Das insgesamt rund 350 Hektar große Naturschutzgebiet Borkener See ist ein bedeutendes Rastgebiet für Wasser- und Watvögel. Ein um den See führender Rundwanderweg mit mehreren Aussichtsständen lädt zur Naturbeobachtung ein.[6]

Hydrologische Daten[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet des Borkener Sees beträgt etwa 350 ha einschließlich der Seefläche mit 139 ha. Die maximale Wassertiefe beträgt 52,5 m.[7] Sein Volumen umfasst 35.000.000 m³. Der Borkener See wird durch Schichtquellen des Buntsandstein mit 72 l/s (=104 m³/täglich) gespeist.[2] Der pH-Wert schwankt zwischen 7,5 und 9.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Magistrat der Stadt Borken (Hrsg.): 675 Jahre Stadt Borken. Beiträge zur Stadtentwicklung. 1. Auflage. Riemann, Melsungen 1992.
  •  Magistrat der Stadt Borken (Hrsg.): Borkener Jubiläums-Lesebuch 775-2000. Beiträge zur Geschichte der Stadt. 1. Auflage. Magistrat der Stadt Borken, Borken 2000, ISBN 3-932739-08-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Westhessische Senke. (HTML, abgerufen am 12. Dezember 2012).
  2. a b c d  Ute Bergmeier: Naturschutz am Borkener See. Beiträge zur Stadtentwicklung. In: Magistrat der Stadt Borken (Hrsg.): 675 Jahre Stadt Borken. 1. Auflage. Riemann, Melsungen 1992.
  3.  Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.): Borkener See. Stammdatenblatt Messstelle. (HTML, abgerufen am 8. Dezember 2008).
  4. a b c  Horst Schönhut: Der Borkener See. Beiträge zur Geschichte der Stadt. In: Magistrat der Stadt Borken (Hrsg.): Borkener Jubiläums-Lesebuch 775-2000. 1. Auflage. Magistrat der Stadt Borken, Borken 2000, ISBN 3-932739-08-6.
  5.  Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Altenburg IV. Borkener See. (HTML (Webarchiv) (Version vom 16. November 2010 im Internet Archive), abgerufen am 12. Dezember 2012).
  6.  Stadt Borken (Hrsg.): Borkener See. Borkener Seenland. In: Freizeitangebote. (HTML, abgerufen am 8. Dezember 2008).
  7.  Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.): Stehgewässer. In: Umweltatlas Hessen. (HTML, abgerufen am 12. Dezember 2012).
  8.  Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.): Borkener See. ph-Wert. In: Stammdatenblatt Messstelle. (http://www3.hlug.de/medien/wasser/gewaesserguete/mess/grafik/es38b_3.htm, abgerufen am 8. Dezember 2008).

Weblinks[Bearbeiten]