Brücke (Zahntechnik)

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Eine Brücke ist ein Zahnersatz, der seine Abstützung ausschließlich auf Zähnen, Zahnwurzeln oder Zahnimplantaten – auch Anker genannt – findet. Werden Teleskopkronen als Anker (Synonym: Brückenpfeiler) genutzt, kann eine solche Brücke auch herausnehmbar sein. Beim Brücken-Zahnersatz bezeichnet man die Pfeiler auch als Fixierelemente und die Zwischenglieder als Brückenkörper, der die fehlenden Zähne ersetzt.[1] Die Verwendbarkeit von Pfeilerzähnen als Brückananker hängt von der Pfeilerwertigkeit ab.

Zahnmedizinischer Hintergrund[Bearbeiten]

Eine Brücke unterscheidet sich von einer herausnehmbaren Zahnprothese in der Kaufunktion erheblich und stellt diese nahezu wieder her. Naturgemäß gibt es bei Brücken keine Druckstellen, weil der Kaudruck nicht wie bei einer Prothese auf dem Zahnfleisch (gingival gelagert) lastet. Die Übertragung des Kaudrucks in den Knochen wie bei einem natürlichen Zahn erhält weitestgehend die Knochensubstanz, während bei einer Zahnprothese durch die unphysiologische Übertragung des Kaudrucks auf den darunterliegenden Knochen dieser geschädigt werden kann, indem er irreversibel schwindet.

Ist zwischen den Brückenpfeilern ein Brückenkörper vorhanden, so handelt es sich um eine einspannige Brücke, sind mehrere Brückenkörper vorhanden, handelt es sich um eine mehrspannige Brücke (siehe Abbildung unten links). In Ausnahmefällen kann ein Brückenglied auch an – mindestens zwei – Brückenpfeiler 'angehängt' werden. Diese Konstruktion wird Freiend- oder Extensionsbrücke genannt. Wird auf diese Weise ein fehlender Molar ersetzt, wird wegen der auftretenden großen Hebelkraft auf dessen ursprüngliche Breite verzichtet und dieses Brückenglied auf Prämolarenbreite reduziert.

Zahntechnik der Brücke[Bearbeiten]

Zumeist besteht der tragende Teil einer Brücke, das Brückengerüst, aus einer Gold- oder Nichtedelmetalllegierung (NEM). Ist dieses mit einer gebrannten Keramikmasse beschichtet, spricht man von einer Verblend-Keramik-Brücke. Durch diese Keramikverblendung können täuschend echt wirkende und kosmetisch hervorragende Ergebnisse erzielt werden.

Seit dem Jahr 2000 gibt es auch Brücken aus Zirkoniumdioxid[2][3] (im Fachjargon auch fälschlich Zirkon genannt) und Vollkeramik, die ohne ein metallisches Grundgerüst genügende Stabilität aufweisen. Bei der aufwendigen Herstellung dieser Brücken wird aus einem Keramikblock computergesteuert ein Brückengerüst herausgefräst und mit spezieller Keramikmasse beschichtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Hoffmann-Axthelm: Lexikon der Zahnmedizin, Qintessenz-Verlag, Berlin
  2. Al-Amleh B, Lyons K, Swain M: Clinical trials in zirconia: a systematic review. J Oral Rehabil 37, 641–652 (2010)
  3. Bachhav VC, Aras MA: Zirconia-based fixed partial dentures: a clinical review. Quintessence Int 42, 173–182 (2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Verschiedene Arten von Brücken erklärt