Braingain

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Als Braingain (Schreibweise im Deutschen auch Brain-Gain, englisch brain gain, wörtlich Gehirn-Gewinn im Sinne von erwirtschafteten Gewinnen durch die Zuwanderung der Intelligenz eines Volkes) bezeichnet man im Gegensatz zu einem Braindrain die volkswirtschaftlichen Gewinne durch die Emigration besonders ausgebildeter oder talentierter Menschen aus einem Land. Dies betrifft vor allem Akademiker und ausgebildete Facharbeiter.

Entwicklung der Theorie[Bearbeiten]

Während in der Migrationsforschung lange Zeit der Ansatz des Braindrains dominiert hat, setzt sich nun verstärkt die Ansicht durch, dass dem einseitigen Verlust von Bildungsinvestitionen und Humankapital auch ein langfristiger Gewinn für das Herkunftsland gegenübersteht. Braingain stellt gegenüber dem bekannteren Syndrom des Braindrains für das Herkunftsland einen gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrtsgewinn durch Migrationsbewegungen dar. Ob dieser Gewinn jedoch den Verlust des Braindrains ausgleichen oder gar übersteigen kann, hängt vom Einzelfall ab.

Wohlfahrtsgewinne durch Migration[Bearbeiten]

  • Braingain durch Rücktransfers

Das Herkunftsland kann durch stetige Rücküberweisungen der Migranten langfristig von Migrationsbewegungen profitieren. Oftmals werden Familienangehörige finanziell durch die Migranten unterstützt. Des Weiteren kehren viele Migranten in ihr Ursprungsland zurück und tätigen dort Investitionen.

  • Braingain durch Ausbildung

Durch temporäre Auslandsaufenthalte kann die Qualifikation der Arbeitnehmer verbessert und erweitert werden. Von diesem Wissen kann die nationale Volkswirtschaft des Herkunftslandes bei einer Rückkehr profitieren. Vor allem im Bereich der Forschung kann dieser Faktor entscheidend zur internationalen Konkurrenzfähigkeit eines Landes beitragen.

  • Braingain durch wirtschaftliche Kontakte

Migrationsnetzwerke ermöglichen es nationalen Wirtschaftsakteuren, international Verbindungen zu knüpfen und sich dabei auf dieses Netzwerk von ehemaligen Staatsangehörigen zu stützen. Dies kann den internationalen Handel sowie Expansionsvorhaben von Unternehmen ungemein erleichtern und beschleunigen. Sowohl das Export- als auch das Importvolumen werden dadurch angeregt. Des Weiteren werden die Investitionsbewegungen angeregt.

Braingain als nationale Strategie[Bearbeiten]

Die Mechanismen des Braingains können von einzelnen Staaten als Methode angewandt werden, um ihre Wirtschaft gezielt mit Investitionen aus dem Ausland zu versorgen. Beispielsweise bilden die Philippinen, Indien und Kuba medizinisches Fachpersonal weit über ihrem Eigenbedarfswert aus, um diese Fachkräfte dann in wohlhabendere Staaten zu "exportieren". Angesichts des großen Mangels an medizinischem Fachpersonal innerhalb der OECD-Staaten scheint dies eine erfolgreiche Strategie zu sein und hat zu großen Migrationsbewegungen aus weniger entwickelten Staaten geführt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]