Budweiser (Anheuser-Busch)

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Budweiser, in den USA allgemein als Bud bekannt, ist eine US-amerikanische Biermarke des Braukonzerns Anheuser-Busch Companies.

Allgemeines[Bearbeiten]

Budweiser wird in den USA seit 1876, inspiriert von dem Pilsner Bier, das böhmische Emigranten aus ihrer Heimatstadt Budweis mitbrachten, gebraut und ist heute die am meisten verkaufte „Premium“-Biermarke in den USA.

Neben Bud gibt es seit 1982 eine „Leicht“-Version: Bud Light ist seit 1994 Marktführer unter den Leichtbieren in den USA.

Weitere Biere der Budweiser-Markenfamilie sind Budweiser select, Bud Dry, Bud Ice und Bud Ice Light.

Markenkonflikte[Bearbeiten]

In Budweis (auf tschechisch České Budějovice) wurde seit 1795 das Budweiser Bürgerbräu von deutschsprachigen Böhmen gebraut, und ab 1895 Budweiser Budvar, einer Aktiengesellschaft tschechischsprachiger Böhmen. Durch interkontinentale Exporte und dem Schutz von Namensrechten kam es 1907 zum „Budweiser-Streit“, bei dem sich die Hersteller einigten, auf dem jeweils anderen Kontinent nicht als Budweiser zu verkaufen. Daher darf Anheuser-Busch zumindest in Österreich und Deutschland sein Bier nicht mehr als Budweiser verkaufen. Durch Kriege und deutsche Besatzung bedingt, insbesondere jedoch nach Enteignung durch die Kommunisten nach 1945, verloren die unter staatlicher Kontrolle stehenden tschechischen Brauereien jedoch Namensrechte vor allem an den deutschsprachigen Begriffen wie Budweiser, bzw. verzichteten sie darauf. Seit 1990 bemühen sich die Tschechen teils erfolgreich, Rechte für die Herkunftsbezeichnung in mehreren Sprachen zumindest in Europa zugesprochen zu bekommen.

Auch die Kurzform „Bud“ durfte von Anheuser-Busch in Europa lange Zeit nicht verwendet werden, wegen der Verwechslungsgefahr zu „Bit“ der Bitburger Brauerei. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 durfte Anheuser-Busch sein Bier doch als „Bud“ vermarkten, im Gegenzug war Bitburger die einzige deutsche Biermarke in den Stadien. Im Oktober 2006 gewann Anheuser-Busch allerdings einen Rechtsstreit gegen die Bitburger Brauerei Th. Simon GmbH, mit dem Tenor, dass die Unterscheidungskraft ausreichend sei.

Im Juli 2010 entschied der Europäische Gerichtshof endgültig, dass sich Anheuser-Busch seine Marke „Budweiser“ in der EU nicht schützen lassen könne, da die tschechische Brauerei die älteren Rechte auf den Namen habe und die Markenrechte in einigen Ländern der EU bereits rechtmäßig im Besitz von Budějovický Budvar sind. [1]

Anders verhält es sich hingegen im Vereinigten Königreich. Dort sind sowohl Anheuser-Busch als auch Budějovický Budvar als Inhaber der Marke „Budweiser“ eingetragen. Dies liegt an einer Besonderheit des britischen Markenrechts, dass zwei Verwender eine Marke oder zwei sich zum Verwechseln ähnliche Marken im Falle redlicher gleichzeitiger Benutzung („honest concurrent use“) oder bei Vorliegen sonstiger besonderer Umstände eintragen lassen können. Der Europäische Gerichtshof hat am 22. September 2011 entschieden,[2] dass diese Regelung nicht gegen Unionsrecht verstößt. Beide Hersteller vertreiben seit über 30 Jahren im Vereinigten Königreich Biere unter der Bezeichnung „Budweiser“, welche sich hinsichtlich des Geschmacks, des Erscheinungsbildes und des Preises so deutlich unterscheiden, dass die britischen Verbraucher beide Biere als jeweils eigenständige Marken wahrnehmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Budweiser (Anheuser-Busch) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerichtshof der Europäischen Union | Pressemitteilung Nr. 77/10 | Urteil in der Rechtssache C-214/09 P Anheuser-Busch Inc. / HABM und Budějovický Budvar, národni podnik | 29. März 2010 (PDF; 124 kB)
  2. Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union vom 22. September 2011 in der Rechtssache C-482/09 Budějovický Budvar, národní podnik gegen Anheuser-Busch Inc.