Burgbrennen

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Burgbrennen in Junglinster, 2002

Das Burgbrennen (luxemburgisch Buergbrennen) ist eine Tradition in Luxemburg und dem angrenzenden deutschen Grenzgebiet, am ersten Sonntag nach Fastnacht (dem ersten Fastensonntag) ein großes Feuer zu machen. Es stellt symbolisch die Verbrennung des Winters dar.

Brauch[Bearbeiten]

Gewöhnlich kümmern sich lokale Vereine um die Organisation des Burgbrennens. Sie sammeln Holz von den Bewohnern und Unternehmen der Gemeinde ein und bauen daraus die "Burg", ein hölzernes, mit Stroh und anderem brennbaren Material umwickeltes Kreuz, das normalerweise auf einem Hügel aufgestellt wird, In manchen Ortschaften werden Fackelzüge zusammengestellt. Die Vereine errichten Hütten, wo sie Essen (z. B. Grillwurst) und Getränke verkaufen.

Laut einer Bauernregel können die Winzer beim Burgbrennen das Wetter des Frühsommers vorhersagen: "Wéi den Damp op Buergsonndeg geet, esou geet en de ganze Virsummer".

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort "Buerg" hat nichts mit einer Burg im heutigen Sinne zu tun. Es geht auf das lateinische Verb "comburo", also "verbrennen" zurück. So wird auch davon ausgegangen, dass die Tradition des Burgbrennens auf die Neujahrsfeste im antiken Rom zurückgeht, wo das Jahr am 1. März begann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Tockert: Romanische Lehnwörter in der Luxemburger Mundart. Etymologische und kulturhistorische Beiträge zum Luxemburger Wörterbuch. J. Beffort, Lëtzebuerg 1910 (Wörterbuch der luxemburgischen Mundart).
  • Joseph Hess: Luxemburger Volkskunde. Verlag Paul Faber, Gréiwemaacher 1929, S. 253.
  • Joseph Hess: Burgbrennen im Luxemburger Lande. In: Eifeljahrbuch. 1961, ISSN 0424-687X, S. 13–16.
  • Jeannot Nehrenhausen: Übers Burgbrennen. In: De Kropemann. Informatiounsblat vun der Gemeng Réiden. Réiden un der Attert, 1990, S. 37–45.
  • 50e anniversaire „Buergbrennen“. 1956–2006. Amicale Nidderréidéng, Rodange 2006.