Funkensonntag
Als Funkensonntag (in Hessen und Thüringen Hutzelsonntag) bezeichnet das alpine Brauchtum den ersten Sonntag nach Aschermittwoch, also den ersten Fastensonntag (liturgisch Invocavit). An diesem Tag endet an manchen Orten die alte Fastnacht, an anderen (beispielsweise in Basel) beginnt sie am folgenden Montag.
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Bräuche[Bearbeiten]
Der Funkensonntag erhielt seinen Namen vom Brauch des Funkenfeuers, der im schwäbisch-alemannischen Raum (Vorarlberg, Schweiz, Liechtenstein, Allgäu, Oberschwaben, Schwarzwald) sowie im Tiroler Oberland und Vinschgau verbreitet ist und an diesem Tag begangen wird. Dabei wird ein großer Holzturm oder Strohhaufen (Funken) abgebrannt, in den eine Funkentanne mit einer daran befestigten Hexenpuppe gesteckt ist.
Eng damit verwandt ist der Brauch des Scheibenfeuers in Südbaden. In Vorarlberg wird der Funkensonntag nach dem typischen Funkenküchlein zu diesen Festtag auch als Holepfannsonntag oder Küechli- bzw. Küachlisonntag bezeichnet.
Auch in anderen Regionen werden an diesem Tag Feuer im Freien abgebrannt. In Mittel-, Ost- und Nordhessen und in Thüringen existiert der Brauch des Hutzelfeuers, daher wird der Tag dort als Hutzelsonntag bezeichnet. Im moselfränkischen Kulturkreis (Südeifel, Luxemburg bis ins Saarland) wird an diesem Tag das Burgbrennen, beziehungsweise das Hüttenbrennen gefeiert.
Mit dem Funkensonntag verwandt ist der Chienbäse-Brauch in Liestal, in Deutschland bekannt unter dem Namen Feuerwagenumzug.
Literatur[Bearbeiten]
- Reinhard Johler: Die Formierung eines Brauches. Der Funken- und Holepfannsonntag. Studien aus Vorarlberg, Liechtenstein, Tirol, Südtirol und dem Trentino (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien. Bd. 19). Institut für Europäische Ethnologie, Wien 2000, ISBN 3-902029-02-1 (Zugleich: Wien, Univ., Diss., 1994).
- Margrit Thüler (Red.): Feste im Alpenraum. Schweiz, Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich (= Buchgabe des Migros-Genossenschafts-Bundes. Bd. 14). Migros-Presse, Zürich 1997, ISBN 3-9521210-0-2, S. 105: Schruns Vorarlberg.
- Matthias Zender (Red.): Die Termine der Jahresfeuer in Europa. Erläuterungen zur Verbreitungskarte (= Forschungen zum Ethnologischen Atlas Europas und seiner Nachbarländer. Bd. 1). Schwartz, Göttingen 1980, ISBN 3-509-01126-0.
Weblinks[Bearbeiten]
- Funkensonntag. Institut für europäische Ethnologie der Universität Innsbruck
Einzelnachweise[Bearbeiten]
In chronologischer Reihenfolge (s-a=Schwäbisch-alemannische Fastnacht, rh= Rheinischer Karneval):
Der Elfte im Elften (11. November)
Donnerstag: Schmotziger Donnerstag (s-a), Weiberfastnacht (rh) | Freitag: Rußiger Freitag (s-a), Karnevalsfreitag (rh) | Samstag: Schmalziger Samstag (s-a), Karnevalssamstag (rh) | Sonntag: Tulpensonntag, Karnevalssonntag (rh) | Montag: Rosenmontag | Dienstag: Fastnachtsdienstag, Veilchendienstag, Mardi Gras (international) | Mittwoch: Aschermittwoch | Sonntag: Funkensonntag, Chienbäse (lokal) | Montag: Morgestraich (lokal) | Sonntag: Groppenfasnacht (lokal)
Mündliche Traditionen:![]()
Märchenerzählen | Slowenische Flur- und Hofnamen in Kärnten | Reitkunst und Hohe Schule der Spanischen Hofreitschule | Lieder der Lovara | Roman | Ötztaler Mundart | Vorarlberger Flurnamen
Darstellende Künste:
Dürrnberger Schwerttanz | Heiligenbluter Sternsinger | Volkstanzbewegung | Sternsingen im Villgratental | Wiener Dudler
Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste:
Anklöpfeln im Tiroler Unterland | Bergfeuer Ehrwald | Bleiberger Knappenkultur | Blochziehen in Fiss | Ebenseer Fetzenzug | Ebenseer Glöcklerlauf | Fasnacht Imst–Schemenlauf | Funkensonntag | Gasteiner Perchten | Hundstoaranggeln | Lichtbratlmontag in Bad Ischl | Mullen und Matschgern | Murauer Faschingrennen | Perchtoldsdorfer Hütereinzug | Salzburger Festschützenwesen | Samsontragen | Stille Nacht | Telfer Schleicherlaufen | Verein „Nebenleistung“ | Vereinigte zu Tamsweg | Wiener Ball | Wiener Kaffeehauskultur | Windischgarstner Niglo-Umzug | Wirlinger Böllerschützen
Umgang mit der Natur:
Dreistufenlandwirtschaft im Bregenzerwald | Falknerei | Heilwissen der PinzgauerInnen | Transhumanz – Schaftriebe in den Ötztaler Alpen | Salzkammergut Vogelfang | Wissen um die Haselfichte als Klangholz
Traditionelle Handwerkstechniken:
Apothekeneigene Hausspezialitäten | Bodensee-Radhaube in Laméspitze | Burgenländischer Indigo-Handblaudruck | Ferlacher Büchsenmacher | Köhlerei | Lesachtaler Brotherstellung | Ofen- und Kaminmaurerei im Burgenland | Pecherei in Niederösterreich | Schmieden in Ybbsitz
Welterbestätten: kein Eintrag
Immaterielles Kulturerbe: Apothekeneigene Hausspezialitäten | Bodensee-Radhaube in Laméspitze | Dreistufenlandwirtschaft im Bregenzerwald | Falknerei | Funkensonntag | Köhlerei | Märchenerzählen | Volkstanzbewegung | Stille Nacht – das Lied zur Weihnacht | Vorarlberger Flurnamen
Weltdokumentenerbe: kein Eintrag