Canalis incisivus

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Blick auf den Oberkiefer Richtung kranial.
Knöcherner Schädel

Der Canalis incisivus (von lateinisch incidere: "einschneiden") ist ein knöcherner Kanal im harten Gaumen des Menschen, der die Mundhöhle mit der Nasenhöhle verbindet. Seine Öffnung zur Mundhöhle hin ist das Foramen incisivum.

Ein offener Ductus nasopalatinus[1] ist eine seltene Fehlbildung im vorderen (anterioren) Oberkiefer. Den offenen Ductus nasopalatinus beschrieb im Jahre 1881 erstmals Hector Louis François Leboucq.[2]

In der frühen Embryonalentwicklung bildet sich im primären Gaumen innerhalb des Canalis incisivus ein paariger, epithelialisierter Gang als oro-nasale Verbindung. Noch vor der Geburt schließt sich dieser Gang im Allgemeinen und bildet sich zurück. Ein Persistenz des Ductus nasopalatinus nach der Geburt muss als Fehlbildung angesehen werden. Bei solch einem offenen Ductus nasopalatinus zeigen sich klinisch ein oder zwei kleine Öffnungen die seitlich (lateral) oder hinter (posterior) der Papilla incisiva (siehe auch Ductus incisivus) liegen.[3]

Knöcherne Anatomie des menschlichen Oberkiefers

Durchtretende Strukturen[Bearbeiten]

Durch den Canalis incisivus ziehen der Endast der Arteria palatina descendens und die Arteria sphenopalatina sowie der Nervus nasopalatinus.

Literatur[Bearbeiten]

  • R H. Allard, K. de Vries, W. A. van der Kwast: Persisting bilateral nasopalatine ducts: a developmental anomaly. In: Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 53(1982), S. 24–26.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Valérie G. A. Suter, Hans Jörg Altermatt, Thomas C. Voegelin, Michael M. Bornstein: Die nasopalatinale Zyste Epidemiologie, Diagnostik und Therapie. In: Schweiz. Monatsschr. Zahnmed. Vol. 117: 8/2007.
  2. H. Leboucq: Le canal nasopalatin chez l’homme. In: Arch. Biol. Paris (1881) 2, S. 386–397.
  3. Thomas von Arx, Michael M. Bornstein: Der offene Ductus nasopalatinus. Eine seltene Missbildung und diagnostische Falle. In: Schweiz. Monatsschr. Zahnmed. Vol. 119 4/2009.