Centrosaurinae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Centrosaurinae
Styracosaurus, Lebendrekonstruktion

Styracosaurus, Lebendrekonstruktion

Zeitliches Auftreten
Oberkreide (Campanium bis Maastrichtium)[1]
83,6 bis 66 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Cerapoda
Marginocephalia
Ceratopsia
Neoceratopsia
Ceratopsidae
Centrosaurinae
Wissenschaftlicher Name
Centrosaurinae
Lambe, 1915

Die Centrosaurinae sind ein Taxon (eine systematische Gruppe) der Dinosaurier. Zusammen mit den Chasmosaurinae bilden sie die Gruppe der Ceratopsidae innerhalb der Ceratopsia.

Merkmale[Bearbeiten]

Typisch für die Centrosaurinae (hier der Schädel von Centrosaurus) ist das lange Nasenhorn, die fehlenden Überaugenhörner und die stacheligen Verknöcherungen am Rand des relativ kurzen Nackenschildes.

Die Centrosaurinae weisen den üblichen Körperbau der Ceratopsidae auf. Es waren eher schwerfällige Tiere mit stämmigen Gliedmaßen, die sich quadruped (auf allen vieren) fortbewegten. Die Hinterbeine waren deutlich länger als die Vorderbeine.

Der Schädel war groß und wuchtig und wies eine zugespitzte Schnauze auf. Diese war wie bei allen Ceratopsia aus dem Rostralknochen (vor dem Oberkiefer) und dem Praedentale (vor dem Unterkiefer) gebildet. Der Rostralknochen war bei den Centrosaurinae lateral (seitlich betrachtet) annähernd dreieckig. Die Bezahnung bestand wie bei allen Ceratopsidae aus Zahnbatterien, das sind reihenförmig angeordnete Zähne, die bei Abnutzung durch den nachfolgenden Zahn ersetzt wurden.

Die auffälligsten Unterschiede zu den Chasmosaurinae bestanden in den Hörnern und im Nackenschild. Das Nasenhorn war verlängert (es konnte bei Styracosaurus bis zu 50 Zentimeter ausmachen), die Überaugenhörner waren hingegen verkleinert oder fehlten sogar vollständig. Der Nackenschild, der wie bei allen höheren Ceratopsia aus dem Scheitel- und dem Schuppenbein gebildet war, war relativ kurz – seine Länge beträgt höchstens 70 % der Länge des eigentlichen Schädels. (Allerdings gibt es auch bei den Chasmosaurinae Vertreter mit (nachträglich) verkürztem Nackenschild wie Triceratops.) Der äußere Rand des Schilds ist mit wellenförmigen Verknöcherungen bedeckt, die Epoccipitalia genannt werden. Bei manchen Arten entwickelten sich die Epoccipitalia zu stachelähnlichen Strukturen, die auch nach vorne gerichtet sein konnten.

Verbreitung und Systematik[Bearbeiten]

Wie alle Ceratopsidae waren die Centrosaurinae auf das westliche Nordamerika beschränkt, das in der Kreidezeit durch ein Meer vom Rest des Kontinents getrennt war. Fossile Überreste dieser Dinosauriergruppe sind nur aus der Oberkreide (Campanium bis Maastrichtium) bekannt und damit 83 bis 66 Millionen Jahre alt.

Folgende Gattungen werden zu den Centrosaurinae gerechnet:

Ein mögliches Kladogramm der Centrosaurinae sieht folgendermaßen aus [3]:


Ceratopsidae 

Chasmosaurinae


 Centrosaurinae 

Diabloceratops


     


 Avaceratops


     

 Nasutoceratops



     

 Albertaceratops


     



 Rubeosaurus


     

 Styracosaurus



     

 Spinops


     

 Centrosaurus


     

 Coronosaurus





 Pachyrhinosaurini 


 Xenoceratops


     

 Sinoceratops



     

 Einiosaurus


 Pachyrostra 

 Achelousaurus


     

 Pachyrhinosaurus










Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 258–264, Online.
  2. James I. Kirkland, Donald D. DeBlieux: New basal centrosaurine ceratopsian skulls from the Wahweap Formation (Middle Campanian), Grand Staircase–Escalante National Monument, southern Utah. In: Michael J. Ryan, Brenda J. Chinnery-Allgeier, David A. Eberth (Hrsg.): New Perspectives on Horned Dinosaurs. The Royal Tyrrell Museum Ceratopsian Symposium. Indiana University Press, Bloomington IN u. a. 2010, ISBN 978-0-253-35358-0, S. 117–140.
  3. a b Scott D. Sampson, Eric K. Lund, Mark A. Loewen, Andrew A. Farke, Katherine E. Clayton: A remarkable short-snouted horned dinosaur from the Late Cretaceous (late Campanian) of southern Laramidia. In: Proceedings of the Royal Society. Series B: Biological Sciences. Bd. 280, Nr. 1766, 2013, ISSN 0950-1193, S. 1–7, doi:10.1098/rspb.2013.1186.
  4. Andrew T. McDonald, John R. Horner: New Material of „Styracosaurus“ ovatus from the Two Medicine Formation of Montana. In: Michael J. Ryan, Brenda J. Chinnery-Allgeier, David A. Eberth (Hrsg.): New Perspectives on Horned Dinosaurs. The Royal Tyrrell Museum Ceratopsian Symposium. Indiana University Press, Bloomington IN u. a. 2010, ISBN 978-0-253-35358-0, S. 156–168.
  5. Xing Xu, KeBai Wang, XiJin Zhao, DunJing Li: First ceratopsid dinosaur from China and its biogeographical implications. In: Chinese Science Bulletin. Bd. 55, Nr. 16, 2010, ISSN 1001-6538, S. 1631–1635, doi:10.1007/s11434-009-3614-5.
  6. Andrew A. Farke, Michael J. Ryan, Paul M. Barrett, Darren H. Tanke, Dennis R. Braman, Mark A. Loewen, Mark R. Graham: A new centrosaurine from the Late Cretaceous of Alberta, Canada, and the evolution of parietal ornamentation in horned dinosaurs. In: Acta Palaeontologica Polonica. Bd. 56, Nr. 4, 2011, ISSN 0567-7920, S. 691–702, doi:10.4202/app.2010.0121.

Weblinks[Bearbeiten]