Chromatophor (Organell)

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Dieser Artikel behandelt ein Chromatophor als Organell einer Zelle. Artikel zu anderen Bedeutungen dieses Wortes siehe Chromatophoren (Begriffsklärung).

Als Chromatophor (aus altgriechisch χρωμάτιον chrōmátion ‚Pigment‘ und φορός phorós ‚tragend‘) wird in der Zellbiologie der pigmenttragende Anteil einer Zelle bezeichnet, der als Einstülpung der Zellmembran in das Zytoplasma oder als geschlossene Membranumhülle ausgebildet ein eigenes Zellkompartiment bzw. ein Organell darstellt. Solch ein Chromatophor findet sich in manchen Bakterienzellen und pflanzlichen Zellen.

Die photosynthetischen Kompartimente der Photosynthesebakterien sind intraplasmatische Membranen, die aus der Zytoplasmamembran hervorgehen. Sie können bläschenartig den Zellinnenraum erfüllen oder stark abgeflacht auch Stapel bilden. Diese Membranen stellen eine Matrix dar für die Anordnung der eingelagerten Photosynthesepigmente. Die Chromatophoren sind also Träger der Komponenten des photosynthetischen Elektronentransports und der Photophosphorylierung.
Der Begriff Chromatophor in diesem botanischen Sinne wurde von Friedrich Schmitz 1883 geprägt und gilt heute als überholt. Mit den heutigen Kenntnissen der Austauschprozesse, der Energiebereitstellungssysteme und des Membranaufbaus von Chloroplasten, wie insbesondere des – ähnlich dem mitochondrialen – reduzierten eigenen Genoms, werden Plastiden vor dem Hintergrund der Endosymbiontentheorie anders gesehen und als aus semiautonomen Symbionten in Zellen hervorgegangen aufgefasst.
Zum Verständnis der Evolution phototropher einzelliger und kolonienbildender Grünalgen bzw. der weiterentwickelten Landpflanzen trägt inzwischen[1] der Nachweis bei, dass unabhängig davon auch einem Vorfahren der Amöbe Paulinella chromatophora die Integration eines photosynthetisch aktiven Prokaryoten in eine eukaryotische Zelle derart gelungen ist, dass sie nun mit Chromatophoren wie der Fähigkeit zur Photosynthese ausgestattet ist.[2]

Die Bezeichnung Chromatophoren wird daneben in anderer Bedeutung für Pigmentzellen von Gewebetieren gebraucht, deren Färbung, Farbmuster und Farbwechsel abhängig von Anzahl, Verteilung, Verformung ihrer nach Art und Menge des Pigments verschiedenen Farbzellen unterschiedlich ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe auch Adolf Meyer-Abich: Beiträge zur Theorie der Evolution der Organismen. II: Typensynthese durch Holobiose. Brill, Leyden 1950, S.91.
  2. Eva C.M. Nowack: Paulinella chromatophora - a Model for the Acquisition of Photosynthesis by Eukaryotes. (Dissertations-Abstract). Uni Köln 2008, Kurzzusammenfassung, pdf (90 KB).