Coda (Musik)

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Coda-Zeichen

Als Coda (italienisch für Schwanz) wird der angehängte, ausklingende Teil des Musikstückes bezeichnet, der oft auch zusammenfassende Charakterzüge des ganzen Werks trägt.

Grundsätzlich kann jede musikalische Komposition eine Coda haben. Besondere Bedeutung kommt ihr aber in der Sonatenhauptsatzform zu, in der sie nach Exposition, Durchführung und Reprise einen eigenständigen vierten Formabschnitt darstellt. Insbesondere bei Ludwig van Beethoven wird der Coda eine Bedeutung zugemessen, die jener der Reprise gleichkommt oder übertrifft. Eine sehr bekannte Coda in der Popmusik ist das Fade-out bei All You Need Is Love von den Beatles vom Juli 1967, die mehrere Zitate anderer musikalischer Werke beinhaltet und auf eine Idee des Beatles-Produzenten George Martin zurückgeht. Eine Coda wird auch beispielsweise von Mark Knopfler, Komponist und Gitarrist der Band Dire Straits, in vielen Songs verwendet (z. B. in Telegraph Road, On Every Street und Tunnel of Love.)

Die Coda in der Notation[Bearbeiten]

In der Musiknotation wird das Codazeichen verwendet, wenn die Coda eines Stückes beginnen soll, bevor die Wiederholung ganz beendet ist. In diesem Fall steht das Codazeichen an der Stelle, bis zu der wiederholt werden soll, und am Beginn der Coda.

Zwei Schlussteile: die Codetta[Bearbeiten]

Nicht jedes Musikstück kommt mit nur einer Coda aus. Selbst in der Popmusik existiert eine Vielzahl an Musikstücken, die eine deutlich komplexere Struktur aufweisen und nicht mit einem einzigen Schlussteil auskommen. Hier fungiert die Coda als Teil vor dem eigentlichen Schlussteil: z. B. verzweigt sie noch ein letztes Mal zum Refrain, einer kompletten Strophe mit oder ohne Refrain, oder einer Zwischenstrophe (Bridge) und springt schließlich in die sogenannte Codetta (Diminutiv von coda), die mit zwei nebeneinanderliegenden Coda-Zeichen notiert wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Brendel, ‘Die Coda ist entzückt. Gespräch mit Andreas Dorschel’, in Alfred Brendel: Nach dem Schlußakkord. Fragen und Antworten (München: Hanser, 2010), S. 73–78
  • Ludwig Fischer, ‘Die Coda bei Mozart’, in: Florilegium musicologicum, hrsg. v. H.Chr. Mahling (Tutzing: Schneider, 1988), S. 79–94