Computer-integrated manufacturing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

CIM, von engl. computer-integrated manufacturing, dt. computerintegrierte Produktion bzw. computerintegrierte Fertigung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Tätigkeiten, die in einem Unternehmen durch den Computer unterstützt werden, und daher auch unter „CAx“ zusammengefasst (computer-aided … oder computer-assisted …) sind.

Die Bestandteile von CIM sind:

Die Technik, die sich hinter den Kürzeln CAD und CAM verbirgt, ist schon seit etwa 1965 bekannt. Man versteht darunter rechnerunterstütztes Zeichnen und Konstruieren von Produkten (CAD) und das anschließende Programmieren der Maschinen zur Produktherstellung (CAM). Die Integration kann so weit gehen, dass CAD-Daten automatisch in ein CAM-System übernommen werden.

Im Jahre 1973 stellte Joseph Harrington das Konzept des Computer Integrated Manufacturing vor. Damit wollte er die Bedeutung von Informationen in der Produktion sowie die Synergiepotentiale bei der Verknüpfung der Insellösungen hervorheben. Er sprach von pieces of puzzles, damit meinte er die Insellösungen, wie CAD, NC, CAM usw., welche in einem Betrieb alleine, ohne jede EDV-Anbindung untereinander, angewandt wurden.

Definition laut CASA/SME[Bearbeiten]

CIM is the integration of total manufacturing enterprise by using integrated systems and data communication coupled with new managerial philosophies that improve organizational and personnel efficiency. (Auf deutsch etwa: CIM ist die Integration des gesamten Fertigungsunternehmens durch integrierte System- und Datenkommunikation gepaart mit einer neuen Managementphilosophie zur Verbesserung der organisatorischen und personellen Leistungsfähigkeit).

Anfang der 80er wurde das CIM Wheel (CIM-Rad) von der CASA/SME (Computer and Automated Systems Association of the Society of Manufacturing Engineers of the United States of America) entwickelt. Hauptidee war die ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens ausgehend vom CIM. Im Zentrum des CIM-Wheel steht die Integrierte Systemarchitektur (integrated system architecture) mit einer gemeinsamen Datenbasis (common data) und der Informationsverwaltung und -kommunikation (information ressource management & communication).

Auf der zweiten Ebene wurden Unternehmensfunktionen aus den Bereichen Fabrikautomation und Produktionsplanung und -steuerung über die Bestandteile der Integrierten Systemarchitektur miteinander verknüpft. Neu an diesem Konzept war, dass darüber hinausgehende administrative Aufgaben auf einer dritten Ebene berücksichtigt wurden. Dabei handelte es sich um Betriebsführung, Personalwesen, Marketing, Strategische Planung und Finanzwirtschaft. Die Weiterentwicklung des CIM Wheel ist das Manufacturing Enterprise Wheel. Im Zentrum diese Konzeptes steht der Kunde.

Definition laut AWF[Bearbeiten]

Definition laut AWF (Ausschuss für wirtschaftliche Fertigung, 1985): CIM beschreibt den integrierten EDV-Einsatz in allen mit der Produktion zusammenhängenden Betriebsbereichen. Es umfasst das informationstechnische Zusammenwirken zwischen CAD, CAP, CAM, CAQ und PPS. Hierbei soll die Integration der technischen und organisatorischen Funktionen zur Produkterstellung erreicht werden. Dies bedingt die gemeinsame Nutzung aller Daten eines EDV-Systems, auch Datenbasis genannt.

Das AWF-Konzept basiert auf dem von August-Wilhelm Scheer entwickelten Y-CIM-Modell.

Weitere Definitionen[Bearbeiten]

Während der CIM-Hochphase hatte jeder Hersteller wie DEC, HP, IBM oder Siemens eine eigene Definition. Bei Siemens beispielsweise sprach man von CAI (computer-aided industry).

Besonders in Japan wurde in den 1980er Jahren in CIM-Projekten auch die vollständige Verdrängung des Menschen aus dem teilweise hochgefährlichen Produktionsbetrieb (die sogenannte Menschenleere Fabrik) versucht, wobei offenbar wegen der Komplexität der modernen Industrie nur einfache, eher theoretische Prototypen entstanden.

Volker Spanier, Leiter Factory Automation von Epson, äußerte in einem Interview mit der Zeitschrift Produktion, dass Industrie 4.0 nur eine Umschreibung für den Begriff des Computer integrated Manufacturing sei.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fiedler, Angela/Regenhard, Ulla: Mit CIM in die Fabrik der Zukunft? Probleme und Erfahrungen, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1991
  • Jean-Baptiste Waldner: Principles of Computer-Integrated Manufacturing. John Wiley & Sons, 1 edition (September, 1992), ISBN 0-471-93450-X.
  • Yoram Koren: Computer Control of Manufacturing Systems. McGraw Hill, Inc., 1 edition 1983, ISBN 0-07-035341-7.
  • V Singh: The Cim Debacle: Methodologies to Facilitate Software Interoperability. Springer, August 1997, ISBN 981-3083-21-2.
  • August-Wilhelm Scheer: CIM Computer Integrated Manufacturing: Der computergesteuerte Industriebetrieb (Gebundene Ausgabe), Berlin: Springer, 4., neubearb. u. erw. Auflage 1990, ISBN 354-0521-58-5
  • Jean-Baptiste Waldner: CIM. Dunod-Bordas, 1 edition 1990, ISBN 978-2-04-019820-6.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Produktion, 31. Juli 2012: Industrie 4.0 gleich CIM?