Industrie 4.0

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Nahtlose Kommunikation vom Sensor bis ins Internet ist eine Voraussetzung für Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist ein Zukunftsprojekt in der Hightech-Strategie der deutschen Bundesregierung, mit dem in erster Linie die Informatisierung der Fertigungstechnik vorangetrieben werden soll.[1] Das Ziel ist die intelligente Fabrik (Smart Factory), die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und Ergonomie sowie die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse auszeichnet.[2] [3] Technologische Grundlage sind Cyber-physische Systeme und das Internet der Dinge.[4]

Bezeichnung[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Industrie 4.0“ soll die vierte industrielle Revolution zum Ausdruck bringen. Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, darauf folgte die zweite industrielle Revolution: Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, daran anschließend die Digitale Revolution, der Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion wurde üblich.[5]

Der Begriff wurde erstmals 2011 zur Hannovermesse in die Öffentlichkeit getragen.[6] Im Oktober 2012 wurden der Bundesregierung Umsetzungsempfehlungen des Arbeitskreises Industrie 4.0 der Promotorengruppe Kommunikation der Forschungsunion unter Vorsitz von Siegfried Dais (Robert Bosch GmbH) und Henning Kagermann (acatech) übergeben. Am 8. April 2013 wurde auf der Hannover-Messe der Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0 übergeben. Gleichzeitig nahm die von den drei Branchenverbänden Bitkom, VDMA und ZVEI eingerichtete Plattform Industrie 4.0 ihre Arbeit auf [7]. Sie soll die Aktivitäten in dem Zukunftsfeld künftig koordinieren.

Bedeutung[Bearbeiten]

Kennzeichnend im Bereich der Industrieproduktion sind die starke Individualisierung (bis zur Losgröße 1) der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)Produktion (Mass Customization). Die für Industrie 4.0 notwendige Automatisierungstechnik soll durch die Einführung von Verfahren der Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration,[8] Selbstdiagnose und Kognition intelligenter werden und die Menschen bei ihrer zunehmend komplexen Arbeit besser unterstützen.[9] Die derzeit größten Projekte in Industrie 4.0 sind der im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geförderte Exzellenzcluster Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer und der BMBF-SpitzenclusterIntelligente technische Systeme OstwestfalenLippe (“it's OWL”). Ein weiteres größeres Projekt ist das BMBF-Projekt RES-COM[10].

Siehe auch[Bearbeiten]

Dokumente[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zukunftsprojekt Industrie 4.0
  2. Webseite Projektträger DLR, Abgerufen am 8. Januar 2013
  3. T. M. Böhler:Industrie 4.0 – Smarte Produkte und Fabriken revolutionieren die Industrie. In: Produktion Magazin, 10. Mai 2012; Abgerufen am 5. September 2012
  4. J. Jasperneite:Was hinter Begriffen wie Industrie 4.0 steckt. In: Computer & Automation, 19. Dezember 2012; Abgerufen am 24. Dezember 2013
  5. Die Evolution zur Industrie 4.0 in der Produktion Abgerufen am 14. April 2013
  6. Industrie 4.0: Mit dem Internet der Dinge auf dem Weg zur 4. industriellen Revolution, VDI-Nachrichten, April 2011
  7. Industrie 4.0 Plattform Abgerufen am 15. Juli 2013
  8. Selbstkonfiguierende Automation für Intelligente Technische Systeme, Video, abgerufen 27. Dezember 2012
  9. Jasperneite, Jürgen; Niggemann, Oliver: Intelligente Assistenzsysteme zur Beherrschung der Systemkomplexität in der Automation. In: ATP edition - Automatisierungstechnische Praxis, 9/2012, Oldenbourg Verlag, München, September 2012 (PDF; 367 kB)
  10. Projekt RES-COM