Conductus

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Anfang des Conductus Salvatoris hodie aus der Handschrift W2 der Herzog August Bibliothek

Ein Conductus ist eine "Schreit-" oder "Begleit-Musik".

Das Wort leitet sich von den lateinischen Worten "Con" (von lat. cum, mit) und "ductus" (von ducere, führen oder leiten, Partizip "geführt") ab. "Mitgeführt" ist die wortbezogene Übersetzung: die Musik begleitet die sie beauftragt habende (und von ihr geehrt werden sollende) Person:

Der Conductus bezeichnet eine beim Herein- oder Herausschreiten der geistlichen Personen in einer Kirche erklingende Komposition.

Musik-historisch und genealogisch wird er der sog. F-Musik zugerechnet. Diese umrahmende Musik ist von der Musik zu den eigentlichen rituellen Handlungen bewusst unterscheidbar konzipiert. Besonders im Mittelalter war der Conductus beliebt und ein Erkennungsmerkmal hoher (und wohlhabender, sie beauftragt habender) Würdenträger.

Ein Rest dieses "Conductus" schwang in den Ausrufungen von Herolden mit, die zu Versammlungen ankündigten: "Achtung, Seine Kaiserliche Hoheit..." usw., mit voller Erwähnung aller Namen und Titel, um sich die Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern.

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