Constanța

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Constanța
Wappen von Constanța
Constanța (Rumänien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Dobrudscha
Kreis: Constanța
Koordinaten: 44° 11′ N, 28° 39′ O44.18333333333328.6528Koordinaten: 44° 11′ 0″ N, 28° 39′ 0″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 28 m
Fläche: 121,66 km²
Einwohner: 302.171 (1. Januar 2009)
Bevölkerungsdichte: 2.484 Einwohner je km²
Postleitzahl: RO–900xxx
Telefonvorwahl: (+40) 02 41
Kfz-Kennzeichen: CT
Struktur und Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindeart: Munizipium
Oberbürgermeister: Radu Ștefan Mazăre (PSD)
Postanschrift: Bulevardul Tomis, nr. 51
loc. Constanța, jud. Constanța, RO–900725
Webpräsenz:

Constanța [konˈstant͜sa] (deutsch Konstanza oder Konstanz, auch Constantza, türkisch Kustendji, Kustendja, Köstence, Köstendsche, im Altertum Tomis und in der Spätantike Constantiana) ist eine Hafenstadt in Rumänien am Schwarzen Meer. Mit 302.171 Einwohner[1] ist sie die fünftgrößte Stadt des Landes und Sitz des gleichnamigen Kreises.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Freigelegte Grundmauern der antiken griechischen Stadt Tomis

Constanța wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von Griechen aus der ionischen Mutterstadt Milet (in Kleinasien) als Tomoi (Τόμοι) gegründet, eine später römische Stadt (Tomi), in der auch der aus Rom verbannte Dichter Ovid lebte und starb. Zeitweise stand sie unter dakischer, skythischer und keltischer Herrschaft. Unter dem römischen Kaiser Konstantin I. wurde die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana umbenannt und war eine wichtige Metropole. Später teilte die Stadt das Schicksal der römischen Balkanprovinzen.

Im Winter 597/598 diente die Stadt dem oströmischen Feldherrn Priskos als Winterlager, als ihn die Awaren überraschend angriffen und belagerten (siehe hierzu Balkanfeldzüge des Maurikios). Ab der zweiten Hälfte der 670-er bis 1385 war Constanța bulgarisch, jedoch zwischen 971 und 1186 byzantinisch. Ab 1385 bis 1420 gehörte die Region zur Walachei und schließlich zum Osmanischen Reich, bis es 1878 im Rahmen des Berliner Kongresses mit der Norddobrudscha (deren Zentrum Constanța ist) Rumänien zugeschlagen wurde.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Constanța ist neben Medgidia und Babadag das Zentrum der türkischen und tatarischen Minderheit Rumäniens sowie des Islam in Rumänien, der von der turko-tatarischen Minderheit geprägt wird. 6% der Stadtbevölkerung ist muslimisch. Daneben gibt es auch eine kürzlich eingewanderte arabische Minderheit, die in Constanța eine Schule mit arabischer und englischer Unterrichtssprache betreibt. Die türkische weiterführende Schule ist in Medgidia.

1853 lebten erst 5.204 Menschen in der Stadt; darunter stellten die Tataren (36 %) und Griechen (30 %) die Mehrheit. Nur 5 % waren Rumänen.[2] In der Folge nahm die Einwohnerzahl stetig zu, gleichzeitig stieg der Anteil der Rumänen. 1930 lebten ca. 59.000 Menschen in der Stadt, darunter ca. 1.450 Deutsche.[3] In den späten 1950er Jahren wurde die Zahl von 100.000 Bewohnern erreicht. 1992 registrierte man mit 350.581 die maximale Einwohnerzahl, die seitdem wieder deutlich rückläufig ist. Bei der Volkszählung 2002 lebten in Constanța noch 310.471 Menschen, darunter etwa 286.000 Rumänen, je 9.000 Türken und Tartaren, 3.000 Roma, 900 Russen bzw. Lipowaner, 500 Griechen, je 400 Ungarn und Armenier und 200 Deutsche.[4]

[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr

Der Donau-Schwarzmeer-Kanal in der Nähe von Constanța

[Bearbeiten] Hafen

Unmittelbar südlich von Constanța befindet sich der neue Großhafen Agigea am Ausgang des Donau-Schwarzmeer-Kanales. Somit hat Constanța eine direkte Verbindung zur Donau und den mitteleuropäischen Hafenstädten. Der Main-Donau-Kanal ermöglicht zudem, dass die Schiffahrtsroute Constanța-Rotterdam einen ununterbrochenen Wasserweg zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee darstellt. Zudem ist Rotterdam eine wichtige Partnerstadt von Constanța. Constanța ist bereits der größte Hafen am Schwarzen Meer und der Warenumschlag wächst um 8 Prozent pro Jahr.[5] Die Bedeutung der Stadt wird vor allem nach der geplanten Inbetriebnahme der Pan-European Oil Pipeline (PEOP) 2012 weiter steigen. Die Ölpipeline soll von Constanța nach Triest führen. Ziel des Projekts ist, den Bosporus zu entlasten.

[Bearbeiten] Verkehr

Mit Bukarest besteht eine Autobahn- und Eisenbahnverbindung, zu Letzterer gehören neben dem Personenbahnhof Constanța als größte Bahnhöfe der Rangierbahnhof Palas und ein weiterer Rangierbahnhof für den Hafen. Ferner befinden sich dort die Badeorte Techirghiol, Mamaia, Eforie Nord, Eforie Sud und der internationale Flughafen Aeroportul Internațional Mihail Kogălniceanu.

Innerhalb der Stadt hatte bis 2008 bzw. 2010 ein aus Straßenbahn, Bus und O-Bus bestehendes Nahverkehrsnetz existiert, das von der RATC (Regia Autonomă de Transport Constanța) betrieben wird. Das Straßenbahn- und O-Bus-Netz wurde in den letzten Jahren jedoch zugunsten des Autobusnetzes reduziert und inzwischen eingestellt. So wurde fast das gesamte O-Bus-Netz (ausgenommen die Linien 48 und 48 b (Stand Juli 2006)) und die Straßenbahnlinie 100 (Gară - Sat de Vacanța; in der Nähe des Ortseingangs von Mamaia) durch Busse ersetzt. Die nicht mehr benutzten Fahrleitungen O-Bus und Straßenbahn wurden weitestgehend demontiert.

Die (erst 1984 in Betrieb genommene) Straßenbahn wurde im November 2008 vollkommen stillgelegt, im Dezember 2010 wurden die Oberleitungsbuslinien durch Autobusverkehr ersetzt. Nach 51 Jahren besitzt die Stadt damit keine elektrischen Nahverkehrsmittel mehr, sondern nur noch Autobusse, die als Markenzeichen überwiegend grell pink lackiert sind. Des Weiteren werden Überlandverbindungen in angrenzende Städte wie Năvodari durch Kleinbusse (ca. 20 Sitzplätze, sog. Minibus) der Grup Media Sud, die ohne festen Fahrplan verkehren, angeboten.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ovid-Denkmal
  • Griechische und römische Ruinen (Handelshaus mit römischem Fußbodenmosaik, Basiliken, kaiserliche Nekropolen)
  • Ovid-Denkmal vor dem Geschichts- und Archäologie-Museum
  • Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert
  • Aquarium und Delphinarium
  • Philharmonie
  • Oper
  • Nationaltheater
  • Byzantinische Basilika
  • Carol-I.-Moschee
  • Das Casino

[Bearbeiten] Partnerstädte

Alexandria Logo.jpg Alexandria AgyptenÄgypten Ägypten
Blason ville fr Boulogne-sur-Mer (Pas-de-Calais).svg Boulogne-sur-Mer   FrankreichFrankreich Frankreich
Blason ville fr Brest (Finistere).png Brest FrankreichFrankreich Frankreich
Dobrich-coat-of-arms.svg Dobritsch BulgarienBulgarien Bulgarien
Escudo de la Habana.svg Havanna KubaKuba Kuba
Iraklio logo.jpg Iraklio GriechenlandGriechenland Griechenland
Ibb emblem.svg Istanbul TurkeiTürkei Türkei
Izmirbeleidyelogo.jpg Izmir TurkeiTürkei Türkei
Latakia - Seal.jpg Latakia SyrienSyrien Syrien
Seal Mobile Alabama.png Mobile Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 
Coat of Arms of Novorossiysk (Krasnodar kray) (2006).png Noworossijsk RusslandRussland Russland
Odessa gerb.png Odessa UkraineUkraine Ukraine
Perugia-Stemma.png Perugia ItalienItalien Italien
Rotterdam wapen.svg Rotterdam NiederlandeNiederlande Niederlande
Coat of Arms of Lebanon.svg  Sidon (Saida)   LibanonLibanon Libanon
Brasao Santos SaoPaulo Brasil.svg  Santos BrasilienBrasilien Brasilien
National Emblem of the People's Republic of China.svg  Shanghai China VolksrepublikChina China
Sulmona-Stemma.png  Sulmona ItalienItalien Italien
Thessaloniki seal.png  Thessaloniki GriechenlandGriechenland Griechenland 
Provincia di Trapani-Stemma.png  Trapani ItalienItalien Italien
Turku.vaakuna.svg  Turku FinnlandFinnland Finnland
Flag of Yokohama, Kanagawa.svg  Yokohama JapanJapan Japan

[Bearbeiten] Geboren in Constanța

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. citypopulation.de, Rumänien, Stand Januar 2009
  2. Robert Stănciugel, Liliana Monica Bălașa: Dobrogea în Secolele VII-XIX. Evoluție istorică, Bukarest, 2005. S. 202
  3. Karte der Volkszählung 1930, abgerufen am 5. August 2009
  4. Volkszählung 2002, abgerufen am 5. August 2009
  5. In diesen europäischen Ländern lohnen Investitionen

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Constanţa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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