Constanța

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Constanța
Wappen von Constanța
Constanța (Rumänien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Dobrudscha
Kreis: Constanța
Koordinaten: 44° 11′ N, 28° 39′ O44.18333333333328.6528Koordinaten: 44° 11′ 0″ N, 28° 39′ 0″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 28 m
Fläche: 121,66 km²
Einwohner: 283.872 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 2.333 Einwohner je km²
Postleitzahl: RO–900xxx
Telefonvorwahl: (+40) 02 41
Kfz-Kennzeichen: CT
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Munizipium
Oberbürgermeister: Radu Ștefan Mazăre (USL)
Postanschrift: Bulevardul Tomis, nr. 51
loc. Constanța, jud. Constanța, RO–900725
Webpräsenz:

Constanța [konˈstant͜sa] (deutsch Konstanza oder Konstanz, auch Constantza, türkisch Kustendji, Kustendja, Köstence, Köstendsche, im Altertum Tomoi oder Tomis und in der Spätantike Constantiana) ist eine Hafenstadt in Rumänien am Schwarzen Meer. Mit 283.872 Einwohnern[1] war sie 2011 die fünftgrößte Stadt des Landes und Sitz des gleichnamigen Kreises.

Geschichte[Bearbeiten]

Constanța wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von Griechen aus der ionischen Mutterstadt Milet (in Kleinasien) als Tomoi (Τόμοι) gegründet, eine später römische Stadt (Tomi), in der auch der aus Rom verbannte Dichter Ovid ab 8 n. Chr. lebte und um das Jahr 17 starb. Zeitweise stand sie unter dakischer, skythischer und keltischer Herrschaft. Unter dem römischen Kaiser Konstantin I. wurde die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana umbenannt und war eine wichtige Metropole. Später teilte die Stadt das Schicksal der römischen Balkanprovinzen.

Im Winter 597/598 diente die Stadt dem oströmischen Feldherrn Priskos als Winterlager, als ihn die Awaren überraschend angriffen und in der Stadt einschlossen. Die mehrmonatige Belagerung wurde erst beim Herannahen eines römischen Heeres unter dem Feldherren Komentiolos beendet (→ Balkanfeldzüge des Maurikios). 679 wurde Constanța von den Bulgaren in Besitz genommen und verblieb bis 1385 unter ihrer Herrschaft, welche jedoch zwischen 971 und 1186 durch die byzantinische Rückeroberung unterbrochen war. Nachdem die Stadt anschließend für einige Jahrzehnte zum Fürstentum Walachei gehört hatte, fiel sie 1420 an das Osmanische Reich. 1878 wurde Constanța im Rahmen des Berliner Kongresses als Teil der Norddobrudscha Rumänien zugeschlagen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Grundmauern der antiken griechischen Stadt Tomis

Constanța ist neben Medgidia und Babadag das Zentrum der türkischen und tatarischen Minderheit Rumäniens sowie des Islam in Rumänien, der von der turko-tatarischen Minderheit geprägt wird. 6 % der Stadtbevölkerung ist muslimisch. Daneben gibt es auch eine kürzlich eingewanderte arabische Minderheit, die in Constanța eine Schule mit arabischer und englischer Unterrichtssprache betreibt. Die türkische weiterführende Schule ist in Medgidia.

1853 lebten erst 5.204 Menschen in der Stadt; darunter stellten die Tataren (36 %) und Griechen (30 %) die Mehrheit. Nur 5 % waren Rumänen.[2] In der Folge nahm die Einwohnerzahl stetig zu, gleichzeitig stieg der Anteil der Rumänen. 1930 lebten ca. 59.000 Menschen in der Stadt, darunter ca. 1.450 Deutsche.[3] In den späten 1950er Jahren wurde die Zahl von 100.000 Bewohnern erreicht. 1992 registrierte man mit 350.581 die maximale Einwohnerzahl, die seitdem wieder deutlich rückläufig ist. Bei der Volkszählung 2002 lebten in Constanța noch 310.471 Menschen, darunter etwa 286.000 Rumänen, je 9.000 Türken und Tartaren, 3.000 Roma, 900 Russen bzw. Lipowaner, 500 Griechen, je 400 Ungarn und Armenier und 200 Deutsche.[4]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Hafen[Bearbeiten]

Hafen in Constanța

Unmittelbar südlich von Constanța befindet sich der neue Großhafen Agigea am Ausgang des Donau-Schwarzmeer-Kanales. Somit hat Constanța eine direkte Verbindung zur Donau und den mitteleuropäischen Hafenstädten. Der Main-Donau-Kanal ermöglicht zudem, dass die Schifffahrtsroute Constanța-Rotterdam einen ununterbrochenen Wasserweg zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee darstellt. Zudem ist Rotterdam eine wichtige Partnerstadt von Constanța. Constanța ist bereits der größte Hafen am Schwarzen Meer und der Warenumschlag wächst um 8 Prozent pro Jahr.[5] Die Bedeutung der Stadt wird vor allem nach der geplanten Inbetriebnahme der Pan-European Oil Pipeline (PEOP) 2012 weiter steigen. Die Ölpipeline soll von Constanța nach Triest führen. Ziel des Projekts ist es, den Bosporus zu entlasten.

Verkehr[Bearbeiten]

Mit Bukarest besteht eine Autobahn- und Eisenbahnverbindung, zu Letzterer gehören neben dem Personenbahnhof Constanța als größte Bahnhöfe der Rangierbahnhof Palas und ein weiterer Rangierbahnhof für den Hafen. Ferner befinden sich dort die Badeorte Techirghiol, Mamaia, Eforie Nord, Eforie Sud und der internationale Flughafen Aeroportul Internațional Mihail Kogălniceanu.

Innerhalb der Stadt hatte bis 2008 bzw. 2010 ein aus Straßenbahn, Bus und O-Bus bestehendes Nahverkehrsnetz existiert, das von der RATC (Regia Autonomă de Transport Constanța) betrieben wird. Das Straßenbahn- und O-Bus-Netz wurde in den letzten Jahren jedoch zugunsten des Autobusnetzes reduziert und inzwischen eingestellt. So wurde fast das gesamte O-Bus-Netz (ausgenommen die Linien 48 und 48 b (Stand Juli 2006)) und die Straßenbahnlinie 100 (Gară - Sat de Vacanța; in der Nähe des Ortseingangs von Mamaia) durch Busse ersetzt. Die nicht mehr benutzten Fahrleitungen O-Bus und Straßenbahn wurden weitestgehend demontiert.

Die (erst 1984 in Betrieb genommene) Straßenbahn wurde im November 2008 vollkommen stillgelegt, im Dezember 2010 wurden die Oberleitungsbuslinien durch Autobusverkehr ersetzt. Nach 51 Jahren besitzt die Stadt damit keine elektrischen Nahverkehrsmittel mehr, sondern nur noch Autobusse, die als Markenzeichen überwiegend grell pink lackiert sind. Des Weiteren werden Überlandverbindungen in angrenzende Städte wie Năvodari durch Kleinbusse (ca. 20 Sitzplätze, sog. Minibus) der Grup Media Sud, die ohne festen Fahrplan verkehren, angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Casino
  • Aquarium und Delphinarium
  • Byzantinische Basilika
  • Carol-I.-Moschee
  • Das Casino
  • Griechische und römische Ruinen (Handelshaus mit römischem Fußbodenmosaik, Basiliken, kaiserliche Nekropolen)
  • Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert
  • Nationaltheater
  • Oper
  • Ovid-Denkmal vor dem Geschichts- und Archäologie-Museum
  • Philharmonie

Sport[Bearbeiten]

Der FC Viitorul Constanța spielt seit 2012 in der höchsten rumänischen Fußballliga. Führend im rumänischen Sport sind auch HCM Constanța im Handball und CVM Tomis Constanța im Volleyball.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Alexandria Logo.jpg Alexandria AgyptenÄgypten Ägypten
Blason ville fr Boulogne-sur-Mer (Pas-de-Calais).svg Boulogne-sur-Mer   FrankreichFrankreich Frankreich
Blason ville fr Brest (Finistere).png Brest FrankreichFrankreich Frankreich
Dobrich-coat-of-arms.svg Dobritsch BulgarienBulgarien Bulgarien
Escudo de la Habana.svg Havanna KubaKuba Kuba
Iraklio logo.jpg Iraklio GriechenlandGriechenland Griechenland
Ibb emblem.svg Istanbul TurkeiTürkei Türkei
Izmirbeleidyelogo.jpg Izmir TurkeiTürkei Türkei
Latakia - Seal.jpg Latakia SyrienSyrien Syrien
Seal of Mobile, Alabama.png Mobile Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 
Coat of Arms of Novorossiysk (Krasnodar kray) (2006).png Noworossijsk RusslandRussland Russland
Coat of Arms of Odessa.svg Odessa UkraineUkraine Ukraine
Perugia-Stemma.png Perugia ItalienItalien Italien
Rotterdam wapen.svg Rotterdam NiederlandeNiederlande Niederlande
Coat of arms of Lebanon.svg Sidon (Saida)   LibanonLibanon Libanon
Brasao Santos SaoPaulo Brasil.svg Santos BrasilienBrasilien Brasilien
National Emblem of the People's Republic of China.svg Shanghai China VolksrepublikChina Volksrepublik China
Sulmona-Stemma.png Sulmona ItalienItalien Italien
Flag of Thessaloniki.svg Thessaloniki GriechenlandGriechenland Griechenland 
Provincia di Trapani-Stemma.png Trapani ItalienItalien Italien
Turku.vaakuna.svg Turku FinnlandFinnland Finnland
Flag of Yokohama, Kanagawa.svg Yokohama JapanJapan Japan

Geboren in Constanța[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Constanța
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
30
 
4
-2
 
 
29
 
5
-1
 
 
26
 
8
2
 
 
30
 
14
7
 
 
38
 
19
12
 
 
40
 
24
16
 
 
30
 
26
18
 
 
33
 
26
18
 
 
29
 
22
15
 
 
31
 
17
10
 
 
42
 
12
5
 
 
38
 
6
1
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Constanța
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,7 4,9 8,1 13,8 19,3 23,8 25,9 25,8 22,4 17,0 11,6 6,4 Ø 15,3
Min. Temperatur (°C) -2,3 -1,0 2,1 6,9 12,1 16,2 18,0 17,9 14,6 9,8 5,0 0,5 Ø 8,4
Niederschlag (mm) 30 29 26 30 38 40 30 33 29 31 42 38 Σ 396
Sonnenstunden (h/d) 2,7 3,0 4,3 6,0 8,5 9,4 10,3 10,1 8,0 5,9 3,4 2,6 Ø 6,2
Regentage (d) 5 5 5 5 6 6 5 3 3 4 6 6 Σ 59
Wassertemperatur (°C) 4 3 4 9 14 19 22 23 20 16 13 7 Ø 12,9
Luftfeuchtigkeit (%) 86 85 85 83 81 78 76 77 79 82 86 88 Ø 82,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,7
-2,3
4,9
-1,0
8,1
2,1
13,8
6,9
19,3
12,1
23,8
16,2
25,9
18,0
25,8
17,9
22,4
14,6
17,0
9,8
11,6
5,0
6,4
0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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c
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l
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g
30
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26
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42
38
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Constanța – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Robert Stănciugel, Liliana Monica Bălașa: Dobrogea în Secolele VII–XIX. Evoluție istorică, Bukarest, 2005, ISBN 973-86782-3-4, S. 202.
  3. Karte der Volkszählung 1930, abgerufen am 5. August 2009
  4. Volkszählung 2002, abgerufen am 5. August 2009
  5. In diesen europäischen Ländern lohnen Investitionen (Version vom 22. November 2008 im Internet Archive)