dUT1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
UT1-UTC 1973 2005.png

Als Zeitkorrektur dUT1 wird in Geowissenschaften und Astronomie die kleine Unregelmäßigkeit der Erdrotation bezeichnet, die definiert wird durch die Formel:

dUT1 = UT1 − UTC

Darin ist

Die Zeitkorrektur dUT1 wird laufend bestimmt, indem man UT1 durch Methoden der Astrometrie misst (z. B. mit CCD-Meridiankreis oder VLBI) und mit dem Zeitsignal UTC vergleicht.

Zusammen mit den Polkoordinaten x und y bildet die Differenz dUT1 die drei Erdrotationsparameter (ERP).

Weil unser Zeitsystem die mittlere Sekunde von 1900 bis 1905 zur Basis hat und die Erdrotation seither um rund 0,002 Sekunden pro Tag langsamer geworden ist, ändert sich dUT1 pro Tag durchschnittlich um 0 bis 3 Millisekunden (meist in negativer Richtung): beispielsweise vom 20. bis zum 25. Mai 2005 von −0,6125 Sekunden auf −0,6164 s. Ausnahmsweise hat sie danach bis September 2005 auf −0,595 s zugenommen – was selten vorkommt, aber dank guter Modelle der Geodynamik genügend genau vorausberechnet werden kann.

In internationalen Vereinbarungen der wissenschaftlichen Dachverbände (insbesondere der IUGG und IAU) und der staatlichen Metrologie-Institute wurde geregelt, dass dUT1 keine absoluten Werte größer oder gleich 0,9 Sekunden annehmen soll, damit die Weltzeitskala nicht zu weit von den astronomischen Gegebenheiten abweicht: bevor dUT1 den absoluten Wert von 0,9 Sekunden überschreitet, wird zum 30. Juni oder zum 31. Dezember eine Schaltsekunde eingefügt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]