Das Reich der Lichter

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Das Reich der Lichter
René Magritte, 1954
Öl auf Leinwand, 195,4 cm × 131,2 cm
The Solomon R. Guggenheim Foundation /
Peggy Guggenheim Collection Venedig

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Das Reich der Lichter (frz.: L’Empire des lumières) oder auch Die Herrschaft des Lichts[1] betitelt eine Serie von Ölgemälden und Gouachen des belgischen Surrealisten René Magritte. Die bekanntesten Werke des Sujets stammen aus den Jahren 1949 bis 1964.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Gemäldeserie, von der es zahlreiche Versionen gibt, stellt jeweils ein vermeintliches Nachtstück dar, das in naturalistischer Manier gemalt ist. Es zeigt die abendliche oder nächtliche Szenerie einer Straße mit einem Haus, dessen Fenster im oberen Stockwerk erleuchtet sind. Direkt vor dem Gebäude, in der unteren Mitte des Gemäldes, befindet sich eine Straßenlaterne, deren Lichtstrahlen auf die weiß verputzte Hauswand mit grünen Fensterläden fallen. Hinter dem Haus reiht sich ein dunkles Waldstück an. Auf der linken Seite, vor dem Gebäude, steht ein großer Baum, der das Bild dominiert. In einer früheren, querformatigen Fassung des Gemäldes von 1950 sieht man eine Häuserzeile und an der Stelle des Baumes im Hintergrund einen quadratischen Turm.[Bild 1] Die stets nächtliche Stimmung, in dunkler Farbpalette gehalten, wird von einem mittäglich pastell-blauen Sommerhimmel mit weißen Cumulus-Wolken kontrastiert, der das Motiv ad absurdum führt. In weiteren Versionen des Bildes befindet sich im Vordergrund ein See, der das Haus mit der Laterne widerspiegelt.[Bild 2] Die Gemälde sind jeweils rechts unten, sowie auf der Rückseite, mit „Magritte“ signiert.[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Magritte sagte, er verdanke den Titel dem befreundeten Dichter Paul Nougé (1895–1967), der ebenfalls zu den belgischen Surrealisten zählte:

„Im Reich der Lichter habe ich verschiedene Vorstellungen wiedergegeben, nämlich eine nächtliche Landschaft und einen Himmel, wie wir ihn am Tage sehen. Die Landschaft lässt an Nacht und der Himmel an Tag denken. Ich finde diese Gleichzeitigkeit von Tag und Nacht hat die Kraft zu überraschen und zu bezaubern. Ich nenne diese Kraft Poesie.“

René Magritte[3]

Provenienz[Bearbeiten]

Es existieren zahlreiche Ausführungen des Werkes gleichen Titels von Magritte, der sich bis zu seinem Lebensende mit dem Sujet auseinandersetzte. Die drei bekanntesten Gemälde, die in den Jahren 1949 bis 1964 entstanden sind, befinden sich derzeit im Museum of Modern Art, in der Peggy Guggenheim Collection, sowie in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel. Des Weiteren fertigte Magritte Gouachen des Motivs. Das Gemälde in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel wurde direkt vom Künstler erworben.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Sylvester: Magritte. Parkland, Köln 2009, ISBN 978-3-89340-081-2 (deutsche Übersetzung von Maria Paukert).
  • Christoph Grunenberg und Darren Pih (Hrsg.): Magritte von A bis Z. Katalog zur Ausstellung René Magritte. Das Lustprinzip in der Albertina, Wien, 9. November 2011 bis 26. Februar 2012. Belser, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7630-2599-2

Abbildungen[Bearbeiten]

  1. René Magritte: The Empire of Light, II, Öl auf Leinwand, 78,8 × 99,1 cm, 1950, Sammlung Museum of Modern Art
  2. René Magritte: Das Reich der Lichter, Öl auf Leinwand, 146 × 114 cm, 1954, Königliche Museen der Schönen Künste, Brüssel

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut deutscher Übersetzung in David Sylvester: Magritte. S. 393
  2. a b René Magritte – Het rijk der lichten. opac-fabritius.be, abgerufen am 17. März 2013.
  3. René Magritte – Kunst Zitate. Abgerufen am 17. März 2013.