Dejbjerg-Moor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. April 2016 um 16:45 Uhr durch Hans-Jürgen Hübner (Diskussion | Beiträge) (unlogischen Einfall wieder in Anmerkungen integriert). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Dejbjerg-Moor (eigentlich Præstegårdsmose von Dejbjerg) ist ein archäologischer Fundplatz in Westjütland. Er liegt in der Region Midtjylland in der Kommune Ringkøbing-Skjern.

Dort wurden 1880 und 1883 die Stücke von zwei zerlegten unterschiedlich großen Prunkwagen gefunden, die etwa zur Latènezeit D1b und D2 (150 v. Chr. – 15 n. Chr.) hergestellt worden sind und längere Zeit in Gebrauch waren. Dabei wird einer der Wagen als Import, der andere als lokales Handwerk angesehen. [1] Sie lagen in fünf grob sortierten Haufen. Die eisenbeschlagen Räder hatten zwölf beziehungsweise 14 Speichen. In einem Haufen fand sich Keramik aus der späten vorrömischen oder Germanischen Eisenzeit[2] und der älteren Römischen Kaiserzeit. Auch vier Wagenachsen aus späterer Zeit wurden gefunden. Sie wurden im Gegensatz zu anderen Wagen nicht von Ochsen, sondern von Pferden gezogen.

Eine Rekonstruktion eines Wagens befindet sich in der eisenzeitlichen Siedlung des Ringkøbing-Skjern Museums in Skjern.

Literatur

  • Jan Bemmann, Güde Hahne: Ältereisenzeitliche Heiligtümer im nördlichen Europa nach den archäologischen Quellen. In: Germanische Religionsgeschichte. Quellen und Quellenprobleme. Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 5. Berlin 1992, S. 29–69.

Anmerkungen

  1. https://www.academia.edu/480001/Die_Wagen_von_Dejbjerg._Import_Umwandlung_und_Anregung._In_J._Jerem_M._Sch%C3%B6nfelder_G._Wieland_Hrsg._Nord-S%C3%BCd_Ost-West._Kontakte_w%C3%A4hrend_der_Eisenzeit_in_Europa._Akten_der_Internationalen_Tagungen_der_AG_Eisenzeit_in_Hamburg_und_Sopron_2002._Archaeolingua_17_Budapest_2010_257-268
  2. Germanische Eisenzeit, in Dänemark von 375 bis 750, in Schweden von 400 bis 800, ist ein in der Skandinavischen Archäologie angewendeter Begriff, der auf die allgemein akzeptierte Römische Kaiserzeit folgend, die im kontinentalen Europa angewandten Begriffe Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter ersetzt. In Schweden umfasst die Germanische Eisenzeit beispielsweise die Vendelzeit.

Koordinaten: 56° 0′ 3″ N, 8° 24′ 36″ O