Der Herr der Ringe (Tabletop)

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Der Herr der Ringe ist ein Tabletopspiel der Firma Games Workshop, welches sich an die Verfilmung von John Ronald Reuel Tolkiens Büchern, Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs, lehnt. Dabei können entweder mit bestimmten Figuren Szenen aus den Filmen nachgespielt oder unabhängige Schlachten in Bezug auf die Trilogie geführt werden.

Games Workshop baute nach dem Erfolg der Tabletopspiele Warhammer Fantasy und Warhammer 40.000 mit Der Herr der Ringe ein drittes Standbein der Firma auf. Das Spiel wird immer noch erweitert, so gibt es zum Beispiel mittlerweile die dritte Edition, und die Völkeranzahl wurde von zwei auf zwölf aufgestockt. Inzwischen gilt das Spiel als etabliert und steht gleichwertig neben den beiden anderen Hauptspielsystemen von Games Workshop.

Nach dem Erwerb der Lizenz stellte New Line Cinema strenge Anforderungen an Games Workshop, die inzwischen aber gelockert wurden. So musste das Spiel anfangs in Läden genau getrennt von den anderen Systemen platziert werden und das „Mischen“ von Herr der Ringe-Miniaturen und Figuren von anderen Spielen war offiziell untersagt. Zudem musste jeder Schauspieler, nach dessen Erscheinung ein Modell angefertigt wurde, sein Einverständnis dazu geben. Bis auf Liv Tyler, die erst den dritten Entwurf absegnete, kam es dabei jedoch zu keinen Schwierigkeiten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Das Spiel

[Bearbeiten] Spielprinzip

Jeder Spieler entscheidet sich für eine der spielbaren Gruppen oder Völker und stellt mit Hilfe der völkerspezifischen Regeln eine Armee zusammen. Die Truppen werden durch entsprechende Zinn- oder Plastikminiaturen dargestellt und auf dem Spieltisch nach bestimmten Regeln platziert.

Das Spiel läuft in Phasen ab, ein Spieler bewegt seine Miniaturen, dann der andere, danach schießt der erste Spieler mit seinen Fernkampftruppen, nach ihm wieder der Gegner, und als letztes wird der Nahkampf gleichzeitig abgehandelt. Der Ausgang der meisten Ereignisse wird per Würfelwurf bestimmt.

[Bearbeiten] Spielsystem

Das Spiel benutzt ähnlich wie Warhammer Fantasy und Warhammer 40,000 ein Punktesystem, mit dem die Armeestärken der spielenden Parteien gerecht aufgeteilt werden soll. Jede Einheit hat einen Punktewert, der nach Stärke der jeweiligen Figur variiert. Vor dem Spiel wird ein Punktelimit festgelegt.

Es gibt folgende Spielmöglichkeiten:

  • Szenario
Beim Szenario wird ein Ereignis aus den Büchern oder Filmen nachgespielt, wobei die Spielfiguren festgelegt sind und Sonderregeln verwendet werden.
  • Punktspiel
Bei dieser Spielmethode kämpfen zwei ungefähr gleich starke Armeen gegeneinander. Die Figuren können vom Spieler selbst ausgewählt werden, das Punktelimit machen sich die Spieler selbst aus (oft 500, 700, 1000 Punkte).
  • War Party
Bis zu 250 Punkte.
  • Kriegerbanden
Bis zu 25 Miniaturen.

Ab 700 Punkte sollte das für größere Armeen ausgelegte System "Ringkrieg" verwendet werden.

[Bearbeiten] Unterschiede zu Warhammer

Der größte Unterschied zu Warhammer ist, dass Warhammer-Figuren nur in Regimentern beisammen stehen dürfen, während sich bei Der Herr der Ringe einzelne Figuren frei bewegen dürfen. Seit der Einführung des "Ringkrieg"-Spielsystems werden auch Herr-der-Ringe-Miniaturen zu Gruppen zusammengefasst, um das Spiel zu vereinfachen.

Äußerlich kann man die Figuren an ihren Bases (Sockeln) unterscheiden: Warhammer hat eckige Bases (wegen der Regimente), während beim Herr der Ringe (und auch beim dritten Games-Workshop Spielsystem Warhammer 40.000) runde Bases verwendet werden.

[Bearbeiten] Die Modelle

Die Modelle sind im 28mm Maßstab gehalten, was etwa dem Maßstab 1:60 entspricht. Damit sind sie im Schnitt zwar kleiner als Warhammer-Miniaturen, dagegen untereinander jedoch größtenteils maßstabsgetreu. Einige Großmodelle wurden aus Kostengründen und der im Sinne der Spielbarkeit etwas geschrumpft, dies ist aber kein echtes Manko, da die Figuren selbst nur Abstrakte Marker auf dem Spielfeld darstellen.

Es gibt sowohl Zinn- als auch Kunststoffmodelle, wobei Games Workshop seit einiger Zeit dazu tendiert, bei Neuauflagen von früheren Zinnfiguren Kunststoff zu verwenden. Neuerdings wurde (2011) ein neues Material, mit der Produkt Bezeichnung Finecast, eingeführt. Finecast ist ein sogenanntes Hybrid Resin, ein Resin Kunstharz mit Materialeigenschaften, die den mechanischen Eigenschaften des normalerweise verwendeten PE Kunststoffes entsprechen sollen. Tatsächlich handelt es sich um ein einfaches Resin (also ein zwei Komponenten Kunstharz) welches auch schon in ähnlicher Form von Privateer Press (für Hordes und Warmaschine) oder Alchemy Miniatures verwendet wurde. Das in der Spielergemeinschaft, fälschlicher weise oft als Plasteresin bezeichnete, Finecast ist seit seiner Markteinführung heftig umstritten.

Die Figurenbausätze sind in der zumeist Mehrteilig und sie werden in der Regel von den Spielern selbst bemalt und zusammengebaut. Neben Figuren, die in den Filmen auftauchen und somit ein Vorbild boten, entwarf Games Workshop auch Modelle zu Charakteren, die nur in der Buchvorlage erwähnt werden (z. B. Tom Bombadil, Arathorn).

[Bearbeiten] Ergänzungen

Die Ergänzungsbücher enthalten weitere Szenarios zum Nachspielen, Hintergrundinformationen und eventuelle Sonderregeln, Armeelisten und Profile von Einheiten.

  • Schatten und Flamme (Zum alten Regelbuch "Die Zwei Türme")
  • Die Belagerung von Gondor (Zum alten Regelbuch "Die Rückkehr des Königs")
  • Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern (Zum alten Regelbuch "Die Rückkehr des Königs")
  • Die Befreiung des Auenlandes (Zum alten Regelbuch "Die Rückkehr des Königs")
  • Der Schatten im Osten
  • Der Sturz des Nekromanten
  • Legionen von Mittelerde (Buch mit fast allen Einheiten und ihren Werten, Szenarios für Armeen)
mit neuen Sonderregeln bezüglich der Armeezusammenstellung
  • Der Untergang von Arnor
  • Khazad-Dûm
  • Gondor in Flammen
  • Harad
  • Mordor
  • der Ringkrieg (kein Ergänzungsbuch im eigentlichen Sinne)
komplette Neuordnung des Systems: Auslegung auf größere Armeen durch Zusammenfassung von Figuren in "Kompanien", Vereinfachung bzw. neue Regeln

[Bearbeiten] Strategiespiele in Mittelerde

"Strategiespiele in Mittelerde" war eine vom Verlag DeAgostini herausgegebene Heftreihe, in denen das Herr der Ringe-Tabletopspiel erläutert wurde. Es wurden veraltete Regeln aus den oben erwähnten Regelbüchern von Games Workshop verwendet, und man spielte ebenfalls mit GW-Miniaturen, die häufig mit den Heften billiger waren als wenn man sie im Laden direkt kaufte. Die Miniaturen waren aber die gleichen. Die Hefte waren unterteilt in

  • "Abenteuer Mittelerde": Tabletop-Spieler, die den "Herr der Ringe" nicht kennen, werden in die Hintergründe des Buches/Filmes eingeführt.
  • "Spielregeln & Tipps" erklärt die (veralteten) Spielregeln oder gibt Hinweise zu Strategien etc.
  • "Szenario": in diesem Abschnitt wird ein Szenario mit Sonderregeln, Siegbedingungen usw. zum Nachspielen vorgestellt.
  • "Mal-Workshop": Hier wird erläutert, wie man die beigelegten unbemalten Figuren zum Leben erweckt.
  • "Modellbau-Workshop": In Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird gezeigt, wie man eigene Geländeteile (z.B. Hecken, Hügel, Häuser, Ruinen, Bäche,...) baut.

[Bearbeiten] Kosten

Die Kosten für die Figuren sind sehr unterschiedlich, so sind Zinnfiguren-Pakete je nach Größe von 11,50 Euro (1 Charaktermodell zu Fuß, wie z. B. König der Toten; 2 Einheiten, wie die Tunnelkämpfer) über 12,50 Euro (3 Modelle) bis 20,00 Euro (2 Charaktermodelle oder berittene Einheiten)zu haben, während große Spezialeinheiten (z.B Kriegsmûmak von Harad) bis zu 60 Euro kosten. Die aus dem Sortiment genommenen Armeeboxen für je 80 Euro wurden durch größere Streitmachtsboxen ersetzt, welche bis zu über 200 Euro kosten. Darin sind sowohl eine große Masse an Einheiten, aber auch Zinnminiaturen und Helden enthalten (je nach Volk mehr oder weniger).

[Bearbeiten] Spielbare Armeen

[Bearbeiten] Weblinks

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