Der Spanische Meister

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Der „Spanische Meister“ ist eine Hilfsbezeichnung für einen Kunstfälscher auf dem Gebiet der antiken Bronzeplastik, der noch nicht enttarnt ist. Seitdem die legendäre „Kapitolinische Wölfin“ von einigen Gelehrten für ein mittelalterliches Werk gehalten wird, sind mehrere ‚verdächtige’ Bronzeplastiken der etruskischen, griechischen und römischen Antike genauer untersucht und als raffinierte Fälschungen aus unseren Tagen analysiert worden. Einige Forscher vermuten sein Atelier im Raum Neapel. Andere Hinweise deuten aber eher in Richtung Südspanien. Daher rührt der Name.

Der berüchtigte und mittlerweile rechtskräftig verurteilte Londoner Kunsthändler Robin Symes[1] spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle.

Als Merkmale der Fälschungen des „Spanischen Meisters“ werden genannt:

  • „Der Fälscher stellt fast nur Büsten und Köpfe her;
  • er lötet nie, weil sich dies nicht in antiker Manier nachahmen lässt;
  • die Hälse der Figuren sind stets ausgefranst, als wären sie brutal abgerissen worden. Die Gesichter dagegen haben nur kleine Kratzer;
  • die Patina wirkt elegant und gut verteilt – Hinweis auf Ätzmittel.“[2]

Der Archäologe Stefan Lehmann geht davon aus, dass mindestens neun Exponate auf den „Spanischen Meister“ zurückgehen.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Matthias Schulz: Helden auf dem Prüfstand. In: Der Spiegel. Nr. 3, 2008, S. 112–115 (14. Januar 2008, online).
  2. a b  Matthias Schulz: Kunstgeschichte: Fahndung nach einem genialen Fälscher antiker Bronzebüsten. In: Der Spiegel. Nr. 47, 2011, S. 160–163 (21. November 2011, online).
  3. Inhaltszusammenfassung des Spiegel-Artikels vom 21. November 2011 auf der Seite der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg