Derbywallaby

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Derbywallaby
Macropus eugenii.jpg

Derbywallaby (Macropus eugenii)

Systematik
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus (Macropodidae)
Gattung: Macropus
Untergattung: Wallabys (Notamacropus)
Art: Derbywallaby
Wissenschaftlicher Name
Macropus eugenii
(Desmarest, 1817)
Verbreitungskarte des Derbywallabys
Derbywallaby

Das Derbywallaby, auch Tammar- oder Dama-Wallaby genannt (Macropus eugenii), ist eine Känguruart aus der Untergattung der Wallabys (Notamacropus). Es ist die kleinste Känguruart und lebt in vereinzelten Gebieten im südlichen Australien.

Merkmale[Bearbeiten]

Das Fell der Derbywallabys ist an der Oberseite graubraun gefärbt, die Unterseite ist heller, meist gelblich-grau und die Beine sind rötlich. Wie bei den meisten Kängurus sind die Hinterbeine deutlich länger und kräftiger als die Vorderbeine, der Schädel ist langgestreckt und die Ohren groß. Die Art zeigt einen Geschlechtsdimorphismus, Männchen werden deutlich größer und schwerer als Weibchen und haben größere Vorderpfoten mit ausgeprägteren Krallen. Erwachsene Tiere sind rund 45 Zentimeter hoch, erreichen eine Kopfrumpflänge von 52 bis 68 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 33 bis 45 Zentimeter. Das Gewicht variiert zwischen 4 und 9 Kilogramm.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Bis in die 1920er-Jahre waren Derbywallabys in weiten Teilen des südlichen Australiens verbreitet, bevor die Zerstörung ihres Lebensraums sie in kleine, vereinzelte Reliktpopulationen verdrängte. Heute leben sie noch im südwestlichen Western Australia sowie auf einigen Inseln vor der Küste von South Australia, etwa auf der Känguru-Insel. Seit rund 1870 gibt es eine kleine Population auf der neuseeländischen Insel Kawau.

Ihr Lebensraum sind mit dichtem Unterholz bestandene Wälder und Buschländer.

Lebensweise[Bearbeiten]

Derbywallabys leben in Gruppen von bis zu 50 Tieren, die im Gegensatz zu vielen anderer Känguruarten hierarchisch organisiert sind. Die Männchen kämpfen miteinander um die Führungsrolle in der Gruppe und um das Paarungsvorrecht. Durch Körperhaltungen wie das aufrechte Dastehen und das Beugen der Vorderarme wird Stärke und Dominanz ausgedrückt. Eine Gruppe beansprucht ein Revier von rund 100 Hektar Größe, dieses kann sich aber im Randbereich mit dem anderer Gruppen überlappen.

Wie alle Kängurus sind Derbywallabys ausgesprochene Pflanzenfresser, sie ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern.

Nach einer rund 25- bis 28-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses verbringt seine ersten acht bis neun Monate ausschließlich im Beutel der Mutter, später kehrt es noch zum Säugen dahin zurück. Endgültig entwöhnt werden die Tiere mit 10 bis 11 Monaten, mit einem bis zwei Jahren tritt die Geschlechtsreife ein.

Bedrohung[Bearbeiten]

Die Gründe für den drastischen Rückgang der Populationen Anfang des 20. Jahrhunderts sind nicht genau bekannt. Vermutet wird eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, darunter die Zerstörung ihrer Lebensräume zur Schaffung landwirtschaftlich genutzter Flächen, die Konkurrenz durch eingeschleppte Arten wie Kaninchen und Hausschafe und die Nachstellung durch eingeschleppte Räuber wie Hauskatzen und Rotfüchse. Heute haben sich die Bestände stabilisiert und die Art ist laut IUCN „nicht gefährdet“. Die Bestände auf der Känguru-Insel haben sich beträchtlich vermehrt und werden heute als Plage betrachtet, da sie Schäden in landwirtschaftlichen Flächen anrichten. Mehrere tausend Tiere dürfen dort jährlich erlegt werden.

Systematik[Bearbeiten]

Das Derbywallaby ist eine von acht Arten aus der Untergattung der Wallabys (Notamacropus) innerhalb der Kängurugattung Macropus. Heute werden keine Unterarten mehr geführt, früher wurden drei Unterarten unterschieden: die Nominatform Macropus eugenii eugenii, die in South Australia lebte und deren Bestände auf de Insel Kawau die einzigen heutigen Vorkommen sind, daneben M. e. derbianus im südwestlichen Western Australia und M. e. decres auf der Känguru-Insel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999. ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks[Bearbeiten]