Dhū l-faqār

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Zulfiqar ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für den iranischen Panzer siehe Zulfiqar (Panzer).
Ali, der in Anwesenheit des Propheten mit dem zweiklingigen Dhū-l-faqār-Schwert einen Quraischiten enthauptet. Osmanische Miniatur, 16. Jh.
Das Zülfikar, Schwert des Propheten Mohammed, gilt als Identifikationssymbol der Aleviten.
Türkische Seidenfahne, von 1810–1811 mit dem Zülfikar-Schwert aus dem Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Dhū l-faqār (arabisch ‏ذو الفقار‎, DMG Ḏū l-faqār, etwa: doppelt gefurcht, zwei-schneidig, zwei-klingig bzw. (Schwert) mit zwei Klingen), auch Zulfiqar, Zulfikar, türkisch: Zülfikar, war der Name eines Schwertes des Propheten Mohammed, das er in der Schlacht von Badr als Beute erhalten hat. Nachdem es in den Besitz seines Schwiegersohnes Ali ibn Abi Talib gelangt war, wurde es zu einem wichtigen Symbol der Schiiten.

Der Name des Schwertes ist schon seit dem späten 8. Jahrhundert bezeugt.[1] Einer Überlieferung zufolge soll damit auf das Vorhandensein von Löchern (fuqra) bzw. Rillen oder Furchen auf dem Schwert hingewiesen werden, die während des Vorgangs der Ziselierung entstanden sind. Später wurde der Name jedoch in dem Sinne gedeutet, dass das Schwert einen Spalt besitzt. Dementsprechend wurde es als zweiklingig oder zweispitzig dargestellt. Bei der Umdeutung waren auch iranische eschatologische Mythen über den Saoschjant wirksam.[2]

Bedeutung in der Schia[Bearbeiten]

Schiitisches Amulett aus Indien, 19. Jahrhundert, mit dem Dhū l-faqār-Schwert

Spätestens seit dem frühen 9. Jahrhundert wird eine enge Beziehung zwischen Ali ibn Abi Talib und dem Schwert Dhū l-faqār hergestellt. Ibn Hischām zitiert die Überlieferung, wonach bei der Schlacht von Uhud ein namenloser Rufer rief: "Es gibt kein besseres Schwert als Dhū l-faqār und keinen besseren Helden als ʿAlī" (lā saifa illā dhū l-faqār wa-lā fatā illā ʿAlīyun).[3]

Aufgrund dieser und ähnlicher Überlieferungen, die dem Schwert zum Teil eine magische Kraft zuschreiben, ist Dhū l-faqār ein wichtiges Symbol von ʿAlī und den Schiiten geworden. Diese symbolische Funktion erfüllt es auch bei den Aleviten, die es auf Türkisch Zülfikar nennen. Bei ihnen repräsentiert es den Widerstand gegen Unterdrückung und Unmenschlichkeit. Das Zülfikar wird häufig von Jugendlichen als Halskette oder Emblem auf einer grünen Fahne getragen, um ihre Religion zu zeigen.

Zwölfer-schiitischen Legenden zufolge befindet sich Dhū l-faqār jetzt im Besitz des verborgenen Muhammad al-Mahdi.

Die Formel lā saif illā dhū l-faqār ("Es gibt kein besseres Schwert außer Dhū l-faqār") findet sich auf einzelnen, kunstvoll bearbeiteten Schwertern, die seit dem Mittelalter bis zur Moderne in der ganzen islamischen Welt geschmiedet werden.[4]

Verwendung als Personenname[Bearbeiten]

Der Name des Schwertes ist bei Muslimen auch als Personenname gebräuchlich, als Vorname beispielsweise bei dem ehemaligen pakistanischen Premierminister Zulfikar Ali Bhutto oder als Familienname bei dem türkischen Künstler Ali Zülfikar.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Alexander 170.
  2. Vgl. Alexander 174-177
  3. Vgl. Ibn Hischām: Kitāb Sīrat Rasūl Allāh. Aus d. Hs. zu Berlin, Leipzig, Gotha u. Leyden hrsg. von Ferdinand Wüstenfeld. 2 Bde. Göttingen 1858-59. S. 588. Hier online verfügbar: http://archive.org/stream/p2daslebenmuhamm01ibnhuoft#page/438/mode/2up
  4. Vgl. Mittwoch.

Siehe auch[Bearbeiten]