Die Ameise und die Heuschrecke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Ameise und die Heuschrecke. Illustration von Milo Winter (1919)

Die Ameise und die Heuschrecke ist eine Tierfabel des altgriechischen Fabeldichters Äsop.

Inhalt[Bearbeiten]

Eine Heuschrecke[1] hatte sich den ganzen Sommer über auf dem Feld amüsiert, während die fleißige Ameise für den Winter Getreide gesammelt hatte. Als nun der Winter kam, wurde die Heuschrecke so vom Hunger geplagt, dass sie betteln gehen musste. Als sie bei der Ameise um Almosen bat, sagte ihr diese:

„Hast du im Sommer singen und pfeifen können, so kannst du jetzt im Winter tanzen und Hunger leiden, denn das Faulenzen bringt kein Brot ins Haus.“

Doch dann hatte die Ameise Mitleid und gab ihr doch noch etwas zu essen:

Aber du musst mir auch etwas musizieren.

Die Heuschrecke war einverstanden und musizierte vor der Ameise und bekam dann etwas Almosen.

Bearbeitungen[Bearbeiten]

Illustration von Jean de la Fontaines Fabel durch Gustave Doré

Den gleichen Inhalt hat die Fabel „Die Grille und die Ameise“ des französischen Fabeldichters Jean de la Fontaine, bei der der Schluss etwas anders aussieht:

»So!« sagt die Omeis hinwiderum; »so bist du gar ein saubrer Gesell! Hast du im Sommer können singen und pfeifen, so tu anjetzo im Winter tanzen und leide darneben gleichwohl Hunger; denn das Faulenzen bringt kein Brot ins Haus.« (in der Übertragung von Abraham a Sancta Clara, um 1700)[2]

Diese Fabel wurde 1934 als Vorlage für den Zeichentrick-Kurzfilm Die Heuschrecke und die Ameisen (engl.: The Grasshopper and the Ants) von Walt Disney verwendet.

Auch dem russischen Fabeldichter Iwan Krylow diente sie als Vorlage für seine Fabel „Die Libelle und die Ameise“, nur dass hier die Libelle abgewiesen wird und am Ende sterben muss. Diese Version wurde 1913 in Russland als Zeichentrickfilm verfilmt.

In Roland Schimmelpfennigs Theaterstück „Der Goldene Drache“ (2009) wird die Fabel von „Grille und Ameise“ in einer Erzählebene eines zeitkritischen Migrantendramas verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die „Heuschrecke“ in der englischen und deutschen Übertragung ist im Äsopschen Original, sowie in der lateinischen und den romanischen Übersetzungen, eine Zikade aus dem Mittelmeerraum.
  2. http://gutenberg.spiegel.de/buch/4075/39

Weblinks[Bearbeiten]