Die Grablegung Christi (Caravaggio)

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Grablegung Christi (Michelangelo Merisi da Caravaggio)
Grablegung Christi
Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1602-1604
Öl auf Leinwand, 300 × 203 cm
Vatikanische Museen

Grablegung Christi von Michelangelo Merisi da Caravaggio ist ein Gemälde von 1603/04.

Thema und Personen[Bearbeiten]

Das Bild zeigt die Grablegung Christi, der im Vordergrund im getreppten Typus dargestellt ist. Den rechten Hintergrund dominiert Maria Kleophae die verzweifelt und als Ausdruck der Trauer ihre Arme zum Himmel streckt. Links neben ihr steht mit geneigtem Haupt Maria Magdalena. Die Jungfrau Maria ist als alte Frau im Nonnengewand dargestellt. Sie scheint mit ihrem Arm die ganze Szenerie zu umarmen. Im Vordergrund hält der gebeugte Nikodemus, von Josef von Arimathäa (links im Hintergrund) unterstützt, den Leichnam Christi.

Ausführung[Bearbeiten]

Die Komposition des Gemäldes ist bemerkenswert. Das Auge des Betrachters gleitet von den erhobenen Händen in der rechten oberen Ecke diagonal über die gebeugten Köpfe der Trauernden und horizontal platzierten Körper Jesu zum Leichentuch unten links. Das Tuch hängt über dem Grab und scheint in den Raum des Zuschauers hineinzugreifen. Der dunkle und leere Hintergrund lenkt die ganze Aufmerksamkeit auf die Figuren.

Die Darstellung der Jungfrau Maria als Nonne ist ungewöhnlich.

Der Finger von Josef von Arimathäa, der Christus unter die Arme greift, rutscht genau in dessen Wunde hinein. Solchen makabren Details begegnet man häufig bei Caravaggio.

Symbolik[Bearbeiten]

Die Pflanze im Vordergrund symbolisiert die Hoffnung auf ein neues Leben.

Der hängende rechte Arm (bei Christus) ist ein Element, das in Reliefs der römisch-griechischen Antike in den Darstellungen der gefallenen Helden anzutreffen ist.

Historischer Hintergrund und kunstgeschichtliches Nachspiel[Bearbeiten]

Entsprechend den Beschlüssen des Konzils von Trient sollte die christliche Kunst allgemein verständlich sein und den Betrachter emotional bewegen. Diese Anforderung scheint den Stil von Caravaggio insbesondere in diesem Gemälde erheblich beeinflusst zu haben.

Das Gemälde wurde im Auftrag von Girolamo Vittrice als Altarbild für dessen Familienkapelle in der Kirche Santa Maria in Vallicella in Rom gemalt. 1797 wurde es nach den Bestimmungen des Vertrags von Tolentino nach Paris gebracht. Seit der Rückgabe 1817 hängt es in der Vatikanischen Pinakothek. In der Kirche hängt heute eine Kopie, die der Maler Michele Koek anfertigte.[1]

Es wird vermutet, dass Caravagio Michelangelos Pieta im Petersdom als Vorlage für den toten Christus genutzt hat, wobei auch die sichelförmige Gewandondulation unterhalb des Leichnams für den Vergleich heran gezogen werden. Das Bild wurde bereits 3 Jahre nach Caravaggios Tod von Peter Paul Rubens als Vorlage für seine Grablegung genutzt. Rubens hatte sich einige Jahre zuvor in Rom aufgehalten und dort das Gemälde studiert. Rubens verkleinerte die Szenerie und ließ die dramatische Darstellung der Maria Kleophae weg. Auch der Maler Guy François orientierte sich bei seiner Grablegung am Original von Caravaggio, denn Maria Kleophae ist hier mit ausgestreckten Armen dargestellt. Auch das von Jacques-Louis David geschaffene Gemälde Der Tod des Marat von 1793 wird von Kunsthistorikern mit der Darstellung des Leichnam Christi durch Caravaggio in Zusammenhang gebracht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick de Rynck: How to Read a Painting. Decoding, Understanding and Enjoying the Old Masters. Thames & Hudson, London 2005, ISBN 0-500-51200-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung auf der Seite der Vatikanischen Museen