Digambara

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Badami - Höhle 4, unvollendetes Relief des Jaina-Tirthankaras Bahubali/Gomateshvara. Zu beiden Seiten der Hauptfigur sind ansatzweise Dienerinnen mit Fliegenwedeln zu erkennen, deren Symbolgehalt in diesem Fall über den reiner Hoheitssymbole hinausgeht.

Ein Digambara (Sanskrit, m., दिगम्बर, digambara, übersetzt: „im Luftkleid“, „im Himmelskleid“ oder „in die Weltweite gekleidet“) ist ein Angehöriger einer überwiegend aus Mönchen bestehenden religiösen Gruppe, die dem Jainismus angehört.

Lebensführung[Bearbeiten]

Angehörige der Digambara-Sekte legen die Gebote des Jainismus strenger aus als die Shvetambaras, die ebenfalls gläubige Jainas sind. Digambaras sind jedoch strengere Asketen und Verfechter des uneingeschränkten Existenzrechtes eines jeden Lebewesens. Sie praktizieren die Gewaltlosigkeit (ahimsa) deshalb sehr konsequent und versuchen, auch ein versehentliches Töten oder Verletzen anderer Lebewesen, auch von Insekten, zu vermeiden. Dies geschieht durch Bewegungslosigkeit, Tragen eines Mundschutzes und/oder durch mitgeführte Wedel, mit denen − vor dem Betreten − der Boden gefegt wird.

Digambaras nehmen nicht am Berufs- oder Wirtschaftsleben teil und lehnen materiellen Besitz ab. Sie leben teilweise oder vollständig nackt; daher die Bezeichnung Digambara – „Luftgekleideter“.

Im Zentrum des Heiligtums von Shravanabelagola bei Mysore ist der nach Digambara-Sitte völlig unbekleidete Jaina-Asket Bahubali/Gomateshvara dargestellt − das Idealbild vieler Jainas. Seine bewegungslose Meditation geht sogar soweit, dass sich an seinem Körper Ranken emporwinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walther Schubring: Worte Mahaviras. Kritische Übersetzung aus dem Kanon der Jaina. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1926. (Hrsg. Religionsgeschichtliche Kommission bei der Gesellschaft der Wissenschaft zu Göttingen, Quellen der Religionsgeschichte Gruppe 7, Band 14)
  • Heinrich Zimmer: Philosophie und Religion Indiens. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-27626-3.
  • Helmuth von Glasenapp: Der Jainismus. Eine indische Erlösungsreligion. Olms, Hildesheim 1984, ISBN 3-487-00628-6 (Suhrkamp Taschenbuch, Wissenschaft; 26).
  • Franz Bätz: Heilige Berge, Tempelstädte und Asketen. Der Jainismus – eine lebendige Kultur Indiens. Weishaupt, Wolfsberg 1997, ISBN 3-7059-0049-8.
  • Adelheid Mette: Die Erlösungslehre der Jaina: Legenden, Parabeln, Erzählungen. Verlag der Weltreligionen, Berlin 2010, ISBN 978-3-458-70023-4.

Weblinks[Bearbeiten]