disjunkt
In der Mengenlehre heißen zwei Mengen
und
disjunkt (lateinisch disiunctum ‚getrennt‘), elementfremd oder durchschnittsfremd, wenn sie kein gemeinsames Element besitzen. Mehrere Mengen heißen paarweise disjunkt, wenn beliebige zwei von ihnen disjunkt sind.
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Definitionen [Bearbeiten]
Zwei Mengen
und
sind disjunkt, wenn ihre Schnittmenge leer ist, wenn also gilt:
Eine Familie
von Mengen ist eine disjunkte Mengenfamilie, wenn ihre Elemente paarweise disjunkt sind, wenn also gilt:
für
und 
Die Vereinigung
einer disjunkten Mengenfamilie nennt man disjunkte Vereinigung und schreibt sie als
Sind außerdem alle Mengen der Familie nichtleer, liegt eine Partition von
vor.
Die Begriffe werden auch analog für Mengensysteme (anstelle von Mengenfamilien) verwendet.
Beispiele [Bearbeiten]
- Die Mengen
und
sind disjunkt, weil sie kein gemeinsames Element haben.
- Die Mengen
und
sind nicht disjunkt, da sie das Element
gemeinsam haben.
- Die drei Mengen
,
und
sind nicht paarweise disjunkt, da zumindest eine der drei möglichen Schnittmengen (nämlich
) nicht leer ist.
- Die folgende Aufzählung definierte eine (unendliche) disjunkte Mengenfamilie, die eine Partition der ganzen Zahlen darstellt:
.
- Zwei verschiedene Geraden
und
in der euklidischen Ebene sind genau dann disjunkt, wenn sie parallel sind. Die Gesamtheit aller Parallelen zu einer gegebenen Geraden
bildet eine Partition der Ebene.
Anwendung [Bearbeiten]
Bei der Fragebogenkonstruktion müssen Fragen so formuliert werden, dass die Antwortmöglichkeiten (Begriffsbeziehungen) disjunkt und erschöpfend sind.
Beispiel für nicht-disjunkte Antwortmöglichkeiten: Wie viel verdienen Sie?
- a) 0 bis 1000 Euro
- b) 500 und mehr Euro.
Personen mit einem Verdienst zwischen 500 und 1000 Euro wissen nicht, welche Antwortmöglichkeit sie wählen sollen.
Eigenschaften [Bearbeiten]
- Die leere Menge
ist disjunkt zu jeder beliebigen Menge.
und
sind genau dann disjunkt, wenn
.
- Die Mächtigkeit einer endlichen disjunkten Vereinigung endlicher Mengen ist gleich der Summe der Einzelmächtigkeiten. Für nicht-disjunkte Vereinigungen gilt die Siebformel.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Lineare Disjunktheit, ein Begriff der abstrakten Algebra im Zusammenhang mit Körpererweiterungen, der mit der hier betrachteten Disjunktheit nur gemeinsam hat, dass die Schnittmenge linear disjunkter Körper kleinstmöglich ist.

für
und 

und
sind disjunkt, weil sie kein gemeinsames Element haben.
und
sind nicht disjunkt, da sie das Element
gemeinsam haben.
und
sind nicht paarweise disjunkt, da zumindest eine der drei möglichen Schnittmengen (nämlich
) nicht leer ist.
.
und
in der
ist disjunkt zu jeder beliebigen Menge.
und
.