Diva
Diva – Plural Diven, auch weniger gebräuchlich Divas – rührt von der weiblichen Form des lateinischen und italienischen divus „göttlich“ her.
In der römischen Antike standen die Attribute divus und diva nur Göttern bzw. Göttinnen zu, so auch den vergotteten frühen römischen Kaisern (seit Augustus).
Der Begriff wird seit dem 18. Jahrhundert auf eine bedeutende Frau des Bühnenlebens, meist für Opernsängerinnen (Sopran), aber auch für Charakterschauspielerinnen angewandt. Bis im 19. Jahrhundert war sie ein ehrender Beiname insbesonderer berühmter italienischer Sängerinnen (Primadonnen). Der Ausdruck wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert in der deutschen Sprache üblich und auch für deutschsprachige Künstlerinnen verwendet. So wurde Elisabeth Schwarzkopf als „Diva“ betitelt, Greta Garbo sogar unmittelbar als die Göttliche. Das Kompositum Filmdiva war insbesondere in den 1920er Jahren verbreitet, trat aber seit der Mitte des gleichen Jahrhunderts hinter Star zurück.[1]
Häufig wird der Begriff „Diva“ auch mit einer negativen Wertung im Sinne von Hochmut belegt, wenn Personen (meist Frauen) infolge besonderen Bekanntheitsgrades ihrer Umwelt ihre gegebene oder vermeintliche Abgehobenheit durch ‚Unnahbarkeit‘ zu erkennen geben. Der Duden, der den Begriff seit 1887 führt, nennt als weitere Bedeutung „jemand, der durch besondere Empfindlichkeit, durch exzentrische Allüren o. Ä. auffällt“.[2] Mitunter steht ein solches Diventum auch in Verbindung mit Launenhaftigkeit und Missachtung oder gar Schikanierung des persönlichen Umfeldes. Männliche „Diven“ sind keineswegs unbekannt. In der Sportberichterstattung wird der Begriff launische Diva meist im Zusammenhang mit Sportlern oder Vereinen vor allem im Fußball verwendet, deren Spiel mitunter starken und für den außenstehenden Betrachter unvorhersehbaren Qualitätsschwankungen sowie „Launenhaftigkeit“ unterworfen ist.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Etymologisches Wörterbuch des Deutschen nach Pfeifer, online auf DWDS, abgerufen am 16. Februar 2012
- ↑ Diva auf Duden.de, abgerufen am 16. Februar 2012
[Bearbeiten] Literatur
- Elisabeth Bronfen: Die Diva, in: Stephan Moebius und Markus Schroer: Diven, Hacker, Spekulanten. Sozialfiguren der Gegenwart, Berlin: Suhrkamp, 2010, S. 81-97.