Durchgangssyndrom

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Klassifikation nach ICD-10
F09 Nicht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störung, inkl.: Psychose: organische o.n.A., symptomatische o.n.A.
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Durchgangssyndrom ist die veraltete, nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für ein kurzzeitiges Delir. Darunter verstand man Erscheinungen meist bei postoperativen Patienten und ganz besonders bei Intensivpatienten, die ein zeitlich sehr begrenztes und vor allem ohne Therapie reversibles Krankheitsbild zeigen.[1][2] Der Begriff des Durchgangssyndroms für eine spezielle Form des Delirs bezog sich auf Störungen, bei denen sich die entsprechenden Symptome in der Regel innerhalb von Stunden oder maximal wenigen Tagen spontan ohne Therapie zurückbilden (daher „Durchgangssyndrom“). Für diese kurzzeitige organische Psychose wurde auch synonym der Begriff des organischen Psychosyndroms, der Funktionspsychose oder in der Chirurgie des postoperativen Deliriums benutzt.[3] Ein protrahiertes (verzögertes) Durchgangssyndrom muss wie jedes Delir frühzeitig unmittelbar mit Diagnosestellung therapiert werden. Da jedoch ohne Diagnostik nicht ausgesagt werden kann, ob das Delir selbstlimitierend ohne Therapie ausheilt, oder weitere Diagnostik notwendig wird, ist ein Zuwarten beim Delir heute ein Behandlungsfehler. Aufgrund einer unterlassenen oder verzögerten Diagnostik und Therapie wird deshalb heutzutage der Begriff eines Durchgangssyndroms nicht mehr verwendet.

Ursachen[Bearbeiten]

Der Begriff des Durchgangssyndroms wurde bei einer Reihe von stationären Behandlungen, insbesondere chirurgischen Eingriffen, als begleitende Erkrankung in unterschiedlicher Ausprägung verwendet.[4] Typisch ist das verzögerte Auftreten etwa zwei Tage nach einem chirurgischen Eingriff.

Symptome[Bearbeiten]

Als ein Unterbegriff für eine spezielle Form eines Delirs zeigen die Betroffenen die gleichen psychischen Störungen. Es können Denkstörungen, Gedächtnisstörungen, (vor allem optische) Halluzinationen, Antriebsarmut, aber auch Unruhe, plötzliche Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen (oft mit Albträumen) auftreten. Auch Zustände der völligen Verwirrung und zeitlichen wie räumlichen Desorientierung sind häufig.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  1. E. Muhl, Delir und Durchgangssyndrom, Der Chirurg 2006/5: 463-472, doi:10.1007/s00104-006-1153-z
  2. J. F. Spittler: Disorders of consciousness: the basis for ethical assessment In: Fortschritte der Neurologie-Psychiatrie. Band 67, Nummer 1, Januar 1999, S. 37–47, ISSN 0720-4299. doi:10.1055/s-2007-993736. PMID 10065388. (Review).
  3. Klaus Lieb, Sabine Frauenknecht und Stefan Brunnhuber: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. München 2008, ISBN 978-3-437-42132-7, S. 3.
  4. Willibald Pschyrembel: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 261. Auflage, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-018534-8, S. 463.

Weblinks[Bearbeiten]

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