Eagle Guardian

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Eagle Guardian bezeichnet den 2010 öffentlich bekannt gewordenen regionalen Verteidigungsplan der NATO für Polen und die baltischen Staaten. Er sollte im Falle eines Angriffs Russlands und der Feststellung des kollektiven Verteidigungsfalles nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrag aktiv werden. Der Plan wurde im Zuge der Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks bekannt.[1]

Kernpunkt ist der schnelle Einsatz von neun Divisionen aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Polen, welche den russischen Angriff abwehren sollen. Gleichzeitig würden amerikanische und britische Schiffe deutsche und polnische Ostseehäfen sichern.[2] Ein erstes Übungsmanöver soll 2011 stattfinden.[2]

Hintergründe[Bearbeiten]

Ursprünglich war der Plan auf Polen beschränkt, wurde aber auf Drängen von Estland, Lettland und Litauen am 22. Januar 2010 auf das Baltikum ausgedehnt. Besonders die Cyberangriffe auf Estland 2007 sowie der Georgienkrieg 2008 führten bei den ehemaligen Sowjetrepubliken zu einer wachsenden Unsicherheit in Bezug auf Russland.[3] Der Verabschiedung durch den Militärausschuss gingen längere Diskussionen zwischen Polen, den baltischen Staaten, Deutschland und den USA voraus. Insbesondere Deutschland soll eine Verschlechterung der Beziehungen mit Russland befürchtet haben, sollten die Planungen bekannt werden.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cable Viewer: Viewing cable 10USNATO35, NATO AGREES TO DO CONTINGENCY PLANNING FOR THE. Abgerufen am 10. Dezember 2010.
  2. a b Ian Traynor: WikiLeaks cables reveal secret Nato plans to defend Baltics from Russia. The Guardian, 6. Dezember 2010, abgerufen am 10. Dezember 2010.
  3. a b Ulrike Demmer,Ralf Neukirch: Kaukasus-Krise: Nato schmiedete Geheimplan gegen Moskau. Spiegel Online, 6. Dezember 2010, abgerufen am 10. Dezember 2010.